Um dem Trend in Sachen E-Mobilität gerecht zu werden, muss die Infrastruktur massiv ausgebaut werden. Allein Bad Cannstatt erhält mehr als 40 neue Ladestationen.
Bad Cannstatt - Die E-Autos sind auf dem Vormarsch. Um dem Trend gerecht zu werden, muss allerdings die Infrastruktur – sprich die Zahl der Ladestationen – massiv ausgebaut werden. Die Verwaltung ist momentan mit den Investoren damit beschäftigt, eine Liste potenzieller Standorte für die 23 Stadtbezirke zu erstellen. Eine wahre Ochsentour, zumal die Standorte in den jeweiligen Bezirksbeiräten vorgestellt werden müssen. Zuletzt war das Bürgergremium in Bad Cannstatt an der Reihe. Hier wurden mehr als 40 Standorte präsentiert.
Schwierige Standortsuche
„Die Suche war und ist schwierig“, sagten Dagmar Vragasova und Ines Sturz, Mitarbeiterinnen des Referats Strategische Planung und nachhaltige Mobilität im Stuttgarter Rathaus. Wurde ein geeigneter Standort gefunden, fehlte oftmals ein Stromanschluss, oder andersherum. Zudem galt es auch noch den Ansprüchen der Investoren, darunter auch die Stadtwerke, gerecht zu werden. Denn E-Ladestationen sollten, um eine hohe Frequenz zu erreichen, zentral gelegen sein. Unterschieden wird dabei zwischen Normalladen und Schnellladen. Für eine Normallade-Station entstehen bei der Netzanbindung geringere Kosten, die Investitionen liegen bei 5000 bis 7000 Euro. Auch der Flächenbedarf ist eher gering, die Ladesäulen sind schlank. Beim Schnellladen liegen die Investitionen dagegen bei 30 000 bis 50 000 Euro, der Flächenbedarf ist höher, da auch ein Messwandlerschrank und zum Teil ein Batteriespeicher notwendig sind.
Als schwierige Cannstatter Stadtteile erwiesen sich laut Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler unter anderem der Veielbrunnen und die Altstadt. Hier hat man zwar im Bereich der Stadtkirche (Holzmarkt) einen möglichen Standort gefunden, der stieß jedoch auf wenig Gegenliebe bei den Fraktionen. Insgesamt zeigte sich das Bürgergremium zufrieden mit der Entwicklung, allerdings übten die Grünen Kritik an der Vorgehensweise der Verwaltung: „Wir werden mit den Vorschlägen konfrontiert, ohne die einzelnen Standorte angeschaut haben zu können“, so Fraktionssprecher Peter Mielert.
1000 Ladepunkte bis 2022
Um die Infrastruktur für die E-Mobilität weiter zu entwickeln, hat der Gemeinderat eigens eine „Rahmenkonzeption Ladeinfrastruktur für E-Mobilität im öffentlichen Raum“ beschlossen. In der Landeshauptstadt gibt es momentan rund 400 Ladepunkte an etwa 200 Standorten für das Normalladen, davon 158 auf städtischen Flächen. Die erste Station wurde bereits im Jahr 2012 installiert. 300 neue Standorte kommen dazu. Ziel, so die Stadtverwaltung, sind 1000 Ladepunkte bis Mitte 2022, darunter 40 bis 60 sogenannte Schnellladepunkte.