Deniz Undav gibt beim VfB Stuttgart derzeit die Richtung vor. Foto: Baumann/Julia Rahn

Deniz Undav trumpft derzeit auf – und sieht sich gut aufgestellt für den Konkurrenzkampf um einen Platz im deutschen WM-Kader.

Deniz Undav hat es ja eigentlich gar nicht nötig, verbale Bewerbungsschreiben für einen Kaderplatz bei der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer zu formulieren. Elf Tore und sechs Vorlagen in lediglich 20 Pflichtspielen sprechen ja auch so für den Stürmer des VfB Stuttgart. Aber wenn man darum gebeten wird . . . warum nicht?

Deniz Undav also war Interviewgast beim ZDF-Reporter Alexander Ruda nach dem fulminanten 4:1 des VfB bei Bayer Leverkusen am Samstagabend. Angesprochen auf den Spielverlauf erklärte der Angreifer: „Es war eine perfekte erste Hälfte. So was hatte ich noch nie. Oder nur ganz selten.“

Es ging dann noch ein bisschen um die weiteren Aussichten des VfB Stuttgart (Undav: „Wir wollen den Pokal gewinnen, in der Bundesliga so weit oben sein wie möglich und in der Europa League eine gute Rolle spielen“) und seine eigene Stimmungslage („Ich genieße es, spiele viel und habe Spaß am Fußball“) – ehe dann die Rede auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kam.

„Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, dass Julian Nagelsmann Sie mitnehmen sollte?“, fragte der Reporter. Und Deniz Undav machte das, was er zuvor schon auf dem Spielfeld getan hatte: Er strotzte vor Selbstbewusstsein.

Viele Argumente für Deniz Undav

Seine Antwort jedenfalls war erst einmal so kurz wie treffend: „Weil ich die Qualität habe.“ Der 29-Jährige bezeichnete sich dann noch als „Topstürmer“ – was er gleich darauf zwar ein wenig abschwächte („Guter Stürmer“), aber auch mit Argumenten unterfütterte. Er könne „auf der Zehn“ spielen, meinte Undav. Er könne aber auch vorne spielen. Er könne Tore vorbereiten und „Tore machen“.

Wichtig war ihm dabei, seine sportliche Leistung in den Vordergrund zu stellen, nicht etwa die Tatsache, dass er auch gute Stimmung verbreiten kann: „Ich will das gar nicht so auf die gute Laune und das beziehen, sondern auf die Qualität auf dem Platz. Die habe ich, meiner Meinung nach.“ Aber auch die Sache mit der Atmosphäre ist ja nicht schlecht.

Deniz Undav weiß, seit er 2024 im EM-Kader der deutschen Mannschaft gestanden hatte: „Wenn man so lange gemeinsam unterwegs, ist es gut, dass man auch so eine geile Sau hat wie mich, die Stimmung macht.“ Der Bundestrainer habe allerdings schon damals angemerkt: „Ein Deniz ist gut, zu viele sind aber nicht gut.“ Deswegen, wiederholte Deniz Undav, „versuche ich erst einmal, mit meiner Leistung zu brillieren“.

Das konnte Undav im Nationalteam zuletzt nicht. Die Lehrgänge im Oktober und November verpasste er wegen seiner Knieverletzung. Im März will er dann wieder dabei sein. Es ist der letzte Lehrgang vor der Kadernominierung – mit einem Heimspiel in Stuttgart am 30. März gegen Ghana.