Über 1500 Personen haben in Nellingen für einen besseren Klimaschutz demonstriert

 Foto: Theermann

Der Kölner Verein "Fortschritt in Freiheit" bezeichnet die Klimaforschung als "Pseudowissenschaft". Dieser Verein tritt nun am Samstag in der Stuttgarter Universität auf.

Stuttgart (dpa/lsw)Wegen der Veranstaltung eines streng klimawandelskeptischen Vereins aus Köln steht das Studierendenwerk der Universität Stuttgart in der Kritik. Der Verein «Fortschritt in Freiheit», der die Klimaforschung als «Pseudowissenschaft» bezeichnet, lädt am kommenden Samstag zu einer Podiumsdiskussion ins Gästehaus der Uni. Die Universität reagierte verärgert, ein Bündnis gegen Rechts kündigte eine Demonstration an. Das Studierendenwerk sieht dagegen keine Möglichkeit, den ungebetenen Gast loszuwerden.

«In moralischer und inhaltlicher Sicht» teile man die Bedenken, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des Studierendenwerks. Bei der Buchung sei das Thema der Veranstaltung mit dem Titel «In Kindergärten, Schulen und Universitäten: Wer indoktriniert unsere Kinder?» nicht bekannt gewesen. Sie sei zwar storniert worden, «da wir uns als Hochschuldienstleister und Betreiber von Kindergärten inhaltlich ebenfalls angegriffen gefühlt haben». Allerdings habe der Verein die Stornierung erfolgreich angefochten.

In rechtlicher Sicht habe das Werk «keinerlei Handhabe» gegenüber dem Veranstalter. Für den Tag der Debatte des laut Studierendenwerks AfD-nahen Vereins sei ein Security-Team bestellt worden, auch die Polizei sei informiert.

Zuvor hatte das «Bündnis Stuttgart gegen Rechts» kritisiert, «Fortschritt in Freiheit» gebe «Klimawandel-Leugnern, Rechtspopulisten und offenen Faschisten» eine Bühne. Auch die Universität zeigte sich enttäuscht.

Die Kölner Vereinsvorsitzende betonte ihre Position: «Wir haben wissenschaftlich nachgewiesen, dass es den menschengemachten Klimawandel nicht gibt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Der Verein sei kein Sprachrohr für eine Partei und neutral. Es seien weitgehend erfolglos Politiker aller Parteien angeschrieben worden, zudem Verdi, die Bund-Jugend und Fridays for Future.

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