Künstler Dani Karavan Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Oeffingen (red) - Der israelische Künstler Dani Karavan hat schon viele Werke für den öffentlichen Raum entworfen, zum Beispiel das Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti in Berlin. Beim Förderverein Besinnungsweg Fellbach ist man stolz, den renommierten Künstler für die neunte Station des Besinnungswegs gewonnen zu haben.

„Brücke des Friedens“ nennt der 86-jährige Künstler seine Installation, die auf einer Wiese im Gewann Lerchen beim Finkenbach aufgebaut wird. Sie besteht aus einem 120 Zentimeter breiten, mit Weizen bepflanzten Band, das schräg über die Wiese verläuft und von einer zwölf Meter langen Stahlbrücke unterbrochen wird. Auf der westlichen Seite befindet sich eine mit Gras bewachsene Halbkugel mit zwölf Metern Durchmesser, die die Erdhalbkugel symbolisiert. Gegenüber befindet sich eine Sonnenuhr ebenfalls mit zwölf Metern Durchmesser.

Für den Förderverein Besinnungsweg, der die Werke entlang des Weges stets selbst finanziert, ist die „Brücke des Friedens“ das bislang größte Projekt, was die Ausmaße der Installation bis hin zu den einzelnen Teilen anbelangt. Rund 25 Tonnen wiegen allein die aus Cortenstahl gefertigte zwölf Meter lange Brücke und die Sonnenuhr, die in bewährter Kooperation bei Jerger Stahlbau im Waiblinger Gewerbegebiet Ameisenbühl gefertigt wurden.

Mittlerweile wurden die Teile von Waiblingen nach Oeffingen transportiert und dort montiert. Zuvor wurden aber noch umfangreiche Erdarbeiten erledigt. So musste auf einer Betonplatte und von einem Stahlring eingefasst, die Erdhalbkugel modelliert werden. Die Leistung von Baggerführer Jürgen Pfeiffer nötigte Paul Rothwein, dem Vorsitzenden des Fördervereins Besinnungsweg, höchsten Respekt ab. „Er hat den Hügel millimetergenau modelliert.“ Was sich auch anhand einer eigens gefertigten Schablone aus Holz nachvollziehen ließ.

Genaue Arbeit war danach auch bei der Platzierung der tonnenschweren Stahlteile gefragt. Schließlich spielt die Zahl zwölf in Dani Karavans Arbeit eine besondere Rolle. Nicht nur bei den einzelnen Teilen der Installation, sondern auch in deren Zusammenspiel. So beträgt der Abstand vom Mittelpunkt der Erdhalbkugel zum Mittelpunkt der Sonnenuhr auch drei mal zwölf, also 36 Meter. Schon jetzt ist das entstehende Kunstwerk auf dem Besinnungsweg ein Anziehungspunkt und ein beliebtes Fotomotiv. Dabei ist es noch lange nicht fertig. Auf dem aufgeschütteten Hügel soll eine Blumenwiese wachsen. Und auf dem Getreidestreifen eine eigens für den Besinnungsweg zusammengestellte Getreidemischung. Erst wenn alles an- und eingewachsen ist, soll die Einweihung stattfinden, sagt Paul Rothwein. Und die wird entgegen der bisherigen Planungen voraussichtlich erst im September sein können. Schließlich will bei seiner neuesten Arbeit in Deutschland auch Dani Karavan dabei sein.

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