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In Stuttgart mussten 2018 etwa 950 Autofahrer ihren Führschein abgeben, weil sie zu schnell unterwegs waren.

Bad Cannstatt Ihren Führerschein mussten im vergangenen Jahr etwa 950 Autofahrer abgeben, weil sie in Stuttgart zu schnell unterwegs waren. Das sind weniger als im Jahr zuvor: 2017 waren es knapp 1100. Ein Fahrverbot wird dann verhängt, wenn man innerorts die erlaubte Geschwindigkeit um mehr als 30 Kilometer pro Stunde überschritten hat. Insgesamt hielten sich in Stuttgart im vergangenen Jahr 411 792 Fahrer nicht an die Geschwindigkeit. 2017 waren es laut städtischer Bilanz noch 420 367.

An fest installierten Radarfallen wurden im vergangenen Jahr 314 486 Autofahrer geblitzt. Ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um mehr als 7000. Neun Prozent fuhren mehr als 20 Kilometer pro Stunde zu schnell und erhielten ein Bußgeld. Ein Raser war sogar mit Tempo 146 auf der Bundesstraße 27 in Zuffenhausen unterwegs – erlaubt sind auf dieser Strecke eigentlich 80 Kilometer pro Stunde. Der größte Teil der Verkehrssünder fuhr weniger als 20 Kilometer pro Stunde zu schnell.

Rückgang auf Cannstatter Straße

Insbesondere auf der Theodor-Heuss-Straße hat die Anzahl der Raser deutlich abgenommen. Der Grund: Im Mai 2016 wurden hier zwei Blitzersäulen angebracht. Außerdem darf in diesem Bereich von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens nur mit 30 Kilometern pro Stunde gefahren werden. Diese Maßnahme zeigt offenbar Wirkung: Im vergangenen Jahr wurden an den Blitzersäulen 71 580 Verstöße aufgezeichnet, wobei der schnellste Fahrer mit Tempo 94 unterwegs war. 2017 waren es noch 96 604.

In der Cannstatter Straße wurde ein Autofahrer sogar mit Tempo 130 geblitzt. 2018 fuhren hier 15 960 Autos zu schnell – im Vorjahr waren es mehr als 20 000. „Der Rückgang der Verstöße in der Cannstatter Straße ist auf den Baustellenbetrieb für den Expressbus X 1 zurückzuführen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Der sogenannte teilstationäre Blitzer im Anhänger, der am Neckartor eingesetzt wurde, hat übrigens im vergangenen Jahr knapp 23 863 Verkehrssünder aufgezeichnet. Der Schnellste war mit Tempo 87 unterwegs.

In Bad Cannstatt wird stationär zum Beispiel in der Nürnberger Straße geblitzt. 2018 wurden hier 483 Verstöße registriert, 2017 waren es mit etwa 2417 weit mehr. Der Grund: Die Radarfalle war seit September 2017 für etwa ein Jahr außer Betrieb. Im November 2018 wurde allerdings in Fahrtrichtung Bad Cannstatt eine Blitzersäule aufgestellt.

Insgesamt vier Radarfallen stehen in der Neckartalstraße. 2018 hielten sich 8937 Fahrer nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit, im Vorjahr waren es mit 8848 etwas weniger. Das schnellste Fahrzeug war in der Neckartalstraße mit Tempo 116 bei erlaubten 50 Kilometern pro Stunde unterwegs. Der Fahrer war also 66 Kilometer pro Stunde zu schnell. Laut Bußgeldkatalog drohen ihm eine Strafe in Höhe von mindestens 480 Euro sowie zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. Wie viele Autofahrer in Bad Cannstatt im vergangenen Jahr insgesamt zu schnell unterwegs waren, lässt sich aus der Statistik der Verkehrsüberwachung allerdings nicht so leicht herausrechnen, teilt die Verwaltung mit.

Anwohnerbeschwerden

Außer durch die stationären Radarfallen wird die Geschwindigkeit der Autofahrer auch mit mobilen Geräten kontrolliert. 2018 wurden auf diese Weise 97 306 Autofahrer im Stadtgebiet erwischt, die zu schnell unterwegs waren, knapp 30 mehr als im Vorjahr. Auch in 30er-Zonen wird immer wieder geblitzt – häufig auch aufgrund von Anwohnerbeschwerden. In 30er-Zonen und verkehrsberuhigten Bereichen wurde im vergangenen Jahr 39 144 Mal geblitzt (2017: 46 377).

Außer der Stadt kontrolliert auch die Polizei regelmäßig den Verkehr. In Bad Cannstatt werde häufig in der Benzstraße oder im Bereich um den Schwanenplatztunnel zu schnell gefahren, sagt Polizeipressesprecher Martin Schautz. Aber auch im Pragtunnel stellt die Polizei regelmäßig Geschwindigkeitsverstöße fest.

Bußgeld bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Wer innerorts die Geschwindigkeit bis 10 Kilometern pro Stunde überschreitet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis 15 Euro rechnen.

Bei 11 bis 15 Kilometern pro Stunde innerorts werden 25 Euro fällig, bei 16 bis 20 Kilometern pro Stunde 35 Euro. 80 Euro kosten 21 bis 25 Kilometer pro Stunde zu viel.

Mit einem Punkt in Flensburg und einer Geldbuße in Höhe von 100 Euro ist zu rechnen, wenn man innerorts 26 bis 30 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt. Ein Fahrverbot gibt es, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 Kilometer pro Stunde oder mehr kommt.

Wer 31 bis 40 Kilometer zu schnell im Ort unterwegs ist, erhält eine Strafe in Höhe von 160 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Mit 200 Euro Strafe, ebenfalls zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot ist 41 bis 50 Kilometern pro Stunde zu rechnen.

Zwei Monate Fahrverbot, zwei Punkte und eine Strafe in Höhe von 280 Euro drohen Fahrern, die 51 bis 60 Kilometer pro Stunde zu schnell fahren. Bei 61 bis 70 Kilometer pro Stunde innerorts kostet das Vergehen 480 Euro, zwei Punkte und 3 Monate Fahrverbot. 680 Euro, zwei Punkte und drei Monate Führerscheinentzug drohen Fahren, die mehr als 70 Kilometer pro Stunde im Ort zu schnell fuhren.

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