Bettina Veller bereitet den Start des Stadtteil- und Familienzentrums vor. Foto: M. Kuhn

Die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft hat seit 1. Mai die Trägerschaft für das Stadtteil- und Familienzentrum übernommen. Der Betrieb soll am 1. August in Betrieb gehen – ein Gewinn für Obertürkheim.

Obertürkheim - Die Corona-Krise hat den nahtlosen Übergang vom bisherigen Willkommensraum zum neuen Stadtteil- und Familienzentrum (SFZ) zwar erschwert. „Wir wollen mit dem Stadtteil- und Familienzentrum aber am 1. August starten“, sagt Bettina Veller, die Leiterin des Bereichs Kinder und Familie in der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft. Bislang hat die evangelische Kirchengemeinde die Aktivitäten in der Andreaskirche Obertürkheim koordiniert und die Verantwortung übernommen. Seit 1. Mai fungiert die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft als Trägerin sowohl des SFZ als auch des Willkommensraums.

Zurzeit sind noch einige Handwerker in der Andreaskirche. „In der Küche und im Luthersaal müssen noch einige Kleinigkeiten verbessert werden“, berichtet Veller. Ein Stockwerk darüber wird ein neues Büro für die Koordinatoren des SFZ-Betriebs und des Willkommensraums eingerichtet. „Die gläserne Box im Luthersaal ist zwar gut, weil dann unser Personal abgeschirmt ist und gleichzeitig ein Auge auf den Betrieb werfen kann, aber für Unterredungen, vertrauliche Angelegenheiten und Unterlagen benötigen wir einen abgeschlossenen Raum“, sagt Veller.

Auch die Personalfragen seien weitgehend geklärt. Die Bewerbungen für die hauptamtlichen Stellen sind abgeschlossen, die ausgewählten Kandidaten werden gerade informiert. Am 1. Juli wird bereits die Küchenhilfe beginnen. „Wir wollen künftig zumindest an drei Werktagen einen Mittagstisch anbieten“, sagt Veller. Dieser sei dann für alle Bevölkerungsschichten – ältere Obertürkheimer, junge Familien, Geflüchtete sowie Arbeitnehmer aus der Nachbarschaft – geöffnet. Für einen bezahlbaren Preis erhalten die Gäste dann frisch im SFZ zubereitete Speisen. Durch die ehrenamtliche Mithilfe der Obertürkheimer, aber auch von Flüchtlingen, werde der multikulturelle Charakter, der das Willkommenscafé ausgezeichnet und beliebt gemacht hat, gewahrt.

Der 15. Juli wird dann der erste Arbeitstag für die künftige Koordinatorin des Stadtteil- und Familienzentrums sein. Ihre Stelle wird hundertprozentig von der Stadt finanziert. Im August wird dann die Koordinatorin für den Willkommensraum dazu stoßen. „SFZ und Willkommensraum gehen ineinander über. Wir werden die bewährten Angebote und Strukturen des bisherigen Willkommenscafés übernehmen und gleichzeitig neue Angebote unterbreiten“, sagt Veller. Sie ist glücklich darüber, dass sie weitgehend auf das bewährte Team an Ehrenamtlichen zurückgreifen kann. Noch müsse mit den Ehrenamtlichen und den Koordinatoren das genaue Programm abgesprochen werden, aber Veller kann – auch aus der Erfahrung der bereits in anderen Stadtbezirken existierenden Stadtteil- und Familienzentren – sich vorstellen, dass auch in Obertürkheim Fortbildungsangebote, ein Treff für Senioren und für junge Familien angeboten und der herrliche Garten samt attraktiven Grillplatz genutzt wird. „Wir werden am 1. August die Räume aus dem coronabedingten Dornröschenschlaf wecken, aber eine Eröffnungsfeier erst im kommenden Frühjahr feiern“, sagt Veller.

Dann werden auch Pfarrerin Friederike Weltzien und die evangelische Kirchengemeinde mitfeiern. „Wir freuen uns, dass das Projekt, das wir vor einigen Jahren angestoßen haben und das auf dem Boden der Gemeinde gewachsen ist, weitergeführt und sogar ausgebaut wird“, sagt Weltzien. Die Nähwerkstatt und der fremdsprachliche Unterricht der Flüchtlinge bleiben weiter in der Hand der Kirchengemeinde, bei anderen Angeboten setzt die Kirchengemeinde auf gute Zusammenarbeit mit der Jugendhaus Gesellschaft. „Das SFZ ist ein Gewinn für den Stadtbezirk und eine Win-Win-Situation für unsere Kirchengemeinde“, sagt Weltzien. Denn: Die Einnahmen aus der Vermietung des Luthersaals versetzt die Kirchengemeinde in die Lage, beide historischen Kirchengebäude zu erhalten. „Gleichzeitig dürfen wir weiterhin den Luthersaal für kirchliche Veranstaltungen nutzen“, sagt Weltzien.

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