Die Schlange vor der Schwäbischen Tafel wird immer länger. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auch in einer Gutverdienerstadt haben immer mehr Menschen Geldsorgen. Das beobachtet unser Kolumnist Peter Stolterfoht tagtäglich.

Letzte Woche mal wieder mit dem freundlichen Mitarbeiter einer Reinigung im Stuttgarter Westen ins Gespräch gekommen. Es ging diesmal um das Wochenendprogramm. Seines war doch sehr überschaubar. Er plane, von Samstagnachmittag bis Montagmorgen nonstop auf dem Sofa oder dem Bett zu liegen und dabei so viel wie möglich zu schlafen. Neue Kräfte sammeln, nannte er das. Neben seinem Job in der Reinigung sei er auch in einem zweiten tätig, lautete die Erklärung. Dadurch sieht seine Arbeitswoche folgendermaßen aus: Von Montag bis Freitag arbeitet er von 6 bis 14 Uhr als Paketauslieferer und danach von 16 bis 20 Uhr in der Reinigung, wo regelmäßig am Samstag auch noch mal acht Stunden dazukommen. „So arbeiten doch heutzutage viele Leute, geht doch nicht anders“, meinte er zu seinem Pensum. Ärgerlich sei dabei nur, dass ihm nicht einmal diese Knapp-70-Stunden-Woche reiche, um später von der daraus resultierenden Rente leben zu können. Weiterarbeiten bedeutet das. Und das in Stuttgart, wo die Beschäftigten so viel verdienen wie in keiner anderen deutschen Landeshauptstadt, nämlich im Durchschnitt 56 160 Euro im Jahr.

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