Die Tänzer-Darsteller von Tamino (li., Lorenzo Soragni) und Papageno (Michael Fernandez) in Stuttgart Foto: Martin Sigmund

Die Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“, die Barrie Kosky gemeinsam mit englischen Filmspezialisten 2012 an der Komischen Oper Berlin unternahm, war schon weltweit auf Tour. Jetzt hat das Stuttgarter Publikum im Opernhaus eine eigene, Corona-taugliche Adaption bejubelt.

Stuttgart - Das Stück ist unmöglich. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden, die Chronik eines Krieges zwischen zwei Systemen. Ein Märchen. Eine lustige, kindertaugliche Familienoper. Eine ernste Oper über die Emanzipation zweier Liebender, die mit vielen Fragezeichen endet. Eine Erzählung voller Brüche und Ungereimtheiten. Und ein Bühnenwerk, dessen bunte Bilder jeder im Kopf hat: die gefährliche Schlange, den kauzigen Vogelfänger, den schönen Prinzen, der sich in das Bild der schönen Prinzessin verliebt, die gute Königin der Nacht, die ihre Tochter zurück haben will, den bösen Priester Sarastro. Oder umgekehrt: die böse Königin und den auf fast unerträgliche Weise guten Sarastro. Dazu eine Musik von Mozart, die zwischen Singspiel, Volkstümlichkeit, „hohem“ Opern-Ton und hochartifiziellen Koloraturen hin- und her kobolzt. Das kann man nicht inszenieren. Überall lauern Klischeefallen, die Handlung lässt sich nicht logisch aufbereiten oder gar psychologisch schlüssig begründen.

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