Die heutige Endhaltestelle Lutherkirche müsste umgestaltet werden, wenn die Stadtbahnlinie U 1 auf 80-Meter-Züge umgestellt wird. Foto: Hauptmann Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Im Zuge der Diskussion um Feinstaub und Stickoxide und vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge in der Landeshauptstadt rückt der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den Fokus. So sind im Entwurf für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Stuttgart verschiedene Maßnahmen zum Ausbau des ÖPNV vorgesehen. Sie wurden im Bauausschuss des Fellbacher Gemeinderates vorgestellt.

Wie die Stadtverwaltung berichtete, wird sie zügig das Gespräch mit der Stadt Stuttgart und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) suchen, um frühzeitig in Fellbach betreffende Planungen einbezogen zu sein. Mit Horst Stammler, dem Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS), hatte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull kürzlich schon Kontakt und auch ein Gespräch mit Wolfgang Arnold, dem Technischen Vorstand der SSB, ist bereits terminiert.

Wie Wolfgang Schmidt vom Fellbacher Baudezernat den Ausschussmitgliedern berichtete, sind bei der SSB eine ganze Reihe von Maßnahmen in der Diskussion, um insbesondere das Angebot im Bereich der Stadtbahn zu verbessern. So sollen auf der Stadtbahnlinie U 1 mittelfristig, voraussichtlich ab 2022, längere 80-Meter-Züge eingesetzt werden. Dazu müssen allerdings die Haltestellen entsprechend um- und ausgebaut werden, um die insgesamt 75,44 Meter langen Stadtbahnzüge an Hochbahnsteigen abfertigen zu können. Bei den Haltestellen Beskidenstraße, Höhenstraße, Esslinger Straße und Schwabenlandhalle in Fellbach scheint dies problemlos möglich. An der Endhaltestelle Lutherkirche wären jedoch erhebliche bauliche Veränderungen am Hochbahnsteig, vielleicht sogar eine Verschiebung der Haltestellenlage erforderlich, so Schmidt. Umso wichtiger sei eine frühzeitige Information und Einbeziehung der Stadt. Kosten kämen beim Haltestellenumbau keine auf die Stadt zu, erklärte er. Grundsätzlich trage die SSB diese Kosten selbst. Allerdings müsste Fellbach im Fall von speziellen Wünschen, wie sie einst bei der Umgestaltung der Endhaltestelle Lutherkirche berücksichtigt wurden, für die Kosten aufkommen.

Bis die längeren Stadtbahnzüge verkehren, wird es voraussichtlich 2022 werden. Bereits ab 2019 könnte es jedoch eine neue Stadtbahnlinie U 16 geben, die Fellbach mit den Stuttgarter Stadtteilen Giebel und Bergheim in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt verbindet. Dies würde dann bedeuten, dass zwischen Fellbach und Bad Cannstatt in der Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten eine Stadtbahn fahren würde, so Schmidt.

Ein leidiges Thema für alle Nutzer von Bussen und Bahnen in der Region ist die Tarifgestaltung mit ihren kaum durchschaubaren Tarifzonen. Die Landeshauptstadt will nun die Tarifzonen 10 und 20 zusammenlegen und damit eine einheitliche Tarifzone für das Stuttgarter Stadtgebiet schaffen. Fellbach liegt sowohl in der Tarifzone 20 wie auch in einer der 30er-Zonen im Umland. Man müsse abwarten, ob sich durch eine einheitliche Tarifzone für Stuttgart für die Fellbacher günstigere Fahrpreise von und nach Stuttgart ergeben könnten, meinte Schmidt. Unklar sei auch, wie sich die Preise für Fahrten außerhalb Stuttgarts verändern würden, wenn Zonenringe zusammengefasst werden.

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