Michael Ziegler (hinten) gewinnt das Kopfball-Duell. Mit der Spvgg Cannstatt lieferte er in Plattenhardt ein starkes Spiel ab. Jedoch ließen die Cannstatter zu viele Chancen ungenutzt, weshalb sie als Verlierer vom Platz schlichen. Foto: Archivfoto:Strehlow - Archivfoto:Strehlow

Fußball-Bezirksligist Spvgg Cannstatt hinterließ gegen den TSV Plattenhardt einen ganz starken Eindruck. Nur, die Spvgg ließ zu viele Chancen aus und unterlag unnötig mit 2:3

Bad Cannstatt

Routiniers schwach

TSV Münster – Feuerbach 1:5

Auch im 13. Versuch gelang es Schlusslicht TSV Münster nicht, den ersten Sieg einzufahren. Gegen die Sportvg Feuerbach, die vor dem Spieltag auch noch im Abstiegskampf steckte, gab es eine klare Abfuhr. „Theoretisch ist zwar noch alles drin, aber nach der Niederlage gehen wohl allmählich die Lichter aus“, sieht es TSV-Abteilungsleiter Mathias Beck realistisch. Das Team sei gut auf den Gegner eingestellt gewesen, so Beck. Doch bereits nach drei Minuten waren alle Vorsätze über den Haufen geworfen. Einen Freistoß köpfte Raffaele Di Muccio zur Gästeführung ins Netz. Das Gegentor sorgte für Verwirrung bei den Hausherren und die junge TSV-Defensive „mit einem Altersdurchschnitt von 19 Jahren“, sagte Beck, sei häufig überfordert gewesen. So sah die Abwehr auch in der 25. Minute nicht gut aus, als Dominik Hug auf 2:0 erhöhte. „Mit unserem einzig gelungenen Angriff keimte nochmals Hoffnung auf“, so Beck – in der 38. Minute verkürzte Ismet Alkan auf 1:2. Doch am Remis durften die Hausherren nur bis zur 65. Minute schnuppern. Dann zeigte der Unparteiische zurecht auf den Elfmeterpunkt und Durim Haklaj erhöhte für die Gäste auf 3:1. Zehn Minuten später gab es erneut Strafstoß und wieder gerechtfertigt – nur dieses Mal hieß der Torschütze zum 4:1 Di Muccio. Zudem sah Foulverursacher Florian Reu Gelb-Rot. Kurz vor Schluss produzierten die Hausherren „ein halbes Eigentor“ und es hieß 1:5. Für TSV-Coach Biedemann war der Hauptgrund für die Niederlage das schwache Auftreten seiner Routiniers. „Die fünf waren allesamt von der Rolle, das müssen wir während der Woche aufarbeiten“, weiß Biedemann.

Völlig unnötig

Plattenhardt – Spvgg Cannstatt 3:2

„Unheimlich viel Ballbesitz gehabt, ein enormes Engagement an den Tag gelegt und tolle Spielzüge gezeigt.“ Stefan Schuon, der Trainer der Spvgg Cannstatt, schwärmt vom Auftritt seiner Mannschaft beim TSV Plattenhardt. Dennoch war der Fußball-Tag nicht perfekt für Schuon und die Seinen – der TSV Plattenhardt verließ den Platz als 3:2-Sieger. „Die Plattenhardter reiben sich wohl noch einige Tage lang die Augen und werden sich wundern, wie sie es geschafft haben, so ein Spiel zu gewinnen“, ärgert sich Schuon. Die Gäste, die im Hinspiel noch 1:2 unterlagen und dabei in vielen Bereichen unterlegen waren, starteten mit viel Selbstvertrauen in die Partie und waren prompt erfolgreich. In der 5. Minute schob Pascal Geidies nach einem Freistoß zum 1:0 ein. „Auch danach hatten wir alles im Griff, legten nur nicht nach.“ Im Gegenteil. In der 42. Minute habe ein Plattenhardter eine klare Tätlichkeit begangen, so Schuon, die der Schiedsrichter übersehen habe. „Meine Spieler waren am Diskutieren, kurz unachtsam, Plattenhardt spielte weiter und erzielte den Ausgleich.“ Der Plattenhardter Torschütze war Paulo Bayrak. Doch die Cannstatter sind in dieser Saison unheimlich gefestigt und lassen sich nicht so leicht aus der Fassung bringen. So war es erneut Geidies, der sich nach 50 Minuten den Ball aus 20 Metern zurecht legte und zum 2:1 vollendete. Was dann folgte, sei der erste Teil des Unfassbaren am gestrigen Tag gewesen. „Wir haben uns vier, fünf hochkarätige Chancen toll herausgespielt, aber zu leichtfertig vergeben.“ Obwohl man das Ergebnis nicht auf 3:1 stellte, hatten die Cannstatter das Geschehen im Griff. Bis vier Minuten vor Schluss. Da köpfte erneut Bayrak im Anschluss an einen Eckball zum 2:2 ein. Und es kam noch schlimmer für die dominanten Gäste. In der 94. Minute waren sich drei Cannstatter Abwehrspieler nicht einig, wer den Ball klären sollte. Einem Plattenhardter war’s recht. Er schnappte sich die Kugel, passte auf seinen Mitspieler Christian Mayer und dieser ließ die Hausherren jubeln. „So stehen wir letztlich mit leeren Händen da, obwohl wir ein ganz starkes Spiel absolviert haben.“

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