Die Sporthalle Obertürkheim wurde 2004 eingeweiht. Schon kurze Zeit darauf wurden Risse in einigen Wänden festgestellt. Foto: Hauptmann

Die Nutzer der Sporthalle Obertürkheim beobachten seit langem schon Risse in den Wänden. Die Stadt hat nun ein geologisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Ursache dafür zu klären.

Obertürkheim - W ar es vielleicht Pfusch am Bau? Gibt es möglicherweise eine Doline im Untergrund? Oder sind es gar Auswirkungen der Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 in unmittelbarer Nähe? Über die Ursachen der Rissbildung in der Sporthalle Obertürkheim kann weiterhin nur spekuliert werden. Doch die Stadt Stuttgart geht der Sache nun auf den Grund: „Das Hochbauamt hat ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines geologischen Gutachtens beauftragt“, teilt die Pressesprecherin der Verwaltung, Ann-Katrin Keicher, auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Mit den Untersuchungen solle „zeitnah“ begonnen werden – mit Ergebnissen sei allerdings frühestens Anfang 2022 zu rechnen. Der Grund dafür: „Um aussagekräftige Ergebnisse über die Ursachen der Risse zu erzielen, wird das geologische Gutachten mindestens über 12 bis 18 Monate angelegt werden“, erläutert Keicher. Für die Schulen und viele Vereine aus den Oberen Neckarvororten, die die Halle an der Augsburger Straße/Im Dinkelacker rege nutzen, gibt es gute Nachrichten: Sie müssen während dieser Zeit nicht auf die Sportstätte verzichten. „Ein erster Vor-Ort-Termin mit dem beauftragten Ingenieurbüro und einem Statiker hat ergeben, dass keine Gefahr im Verzug liegt und die Halle weiterhin normal genutzt werden kann“, hat Keicher bei den zuständigen Ämtern in Erfahrung gebracht.

Seit 2008 werden Risse dokumentiert

Ende vergangenen Jahres hatte die aus Linke, SÖS, Piraten und Tierschutzpartei bestehende FrAktion im Obertürkheimer Bezirksbeirat auf die Situation aufmerksam gemacht: Lange Risse ziehen sich durch die Wände von vier Umkleideräumen, den Sanitärbereich, die Küche und den von kleinen Gruppen genutzten Multifunktionsraum – die Sporthalle selbst ist offenbar nicht betroffen. Die Risse werden immer mehr. Und sie werden immer länger und tiefer, beobachten die Nutzer der Halle mit Sorge. Der Bezirksbeirat forderte daraufhin in einem Antrag die Stadtverwaltung zur Ursachenforschung auf – und zur Mängelbehebung.

Denn die markante Sporthalle ist noch gar nicht so alt. Eingeweiht wurde das 4,1 Millionen Euro teure Gebäude mit der markanten roten Fassade im Jahr 2004. Aber schon kurze Zeit später wurden erste Risse im Gemäuer entdeckt. Dem Amt für Bewegung und Sport Stuttgart sind diese eigenen Angaben zufolge bereits seit dem Jahr 2008 bekannt. Seither beobachte und dokumentiere das Hochbauamt die Entwicklung, heißt es im Rathaus.

Nach bisheriger Einschätzung der Stadtverwaltung sind wohl ganz normale Setzungen im Baugrund ursächlich für die Rissbildung im Mauerwerk. Einen Zusammenhang mit den Arbeiten am Stuttgart-21-Tunnel Obertürkheim möchte man nicht konstruieren. Das geologische Gutachten soll nun konkrete Informationen liefern. Erst wenn die Ergebnisse der Langzeituntersuchung vorliegen und ausgewertet seien, könne man Aussagen darüber treffen, ob und welche Reparaturen an der Halle vorgenommen werden müssen.

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