Einen schweren Stand hat der VfB-Verteidiger Pascal Stenzel (rechts) gegen Memphis Depay vom FC Barcelona. Foto: Baumann/Volker Mueller

Dem VfB Stuttgart fehlen beim 0:3 gegen den FC Barcelona mehr als 20 Spieler – corona- und verletzungsbedingt. Dennoch findet der Trainer Pellegrino Matarazzo positive Aspekte.

Stuttgart - Pascal Stenzel und Atakan Karazor sind die letzten Spieler des VfB Stuttgart gewesen, die den Rasen verlassen haben. Nicht, weil sie diese Begegnung mit dem FC Barcelona bis zum letzten Moment genießen wollten, sondern vielmehr weil es Redebedarf gab. Sie sprachen mit dem Trainer Pellegrino Matarazzo – über das 0:3 (0:2) gegen den großen Club aus Spanien, aber ebenso über das außerordentliche Pech, das den Fußball-Bundesligisten ereilte. Personell gesehen.

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Mehr als 20 Spieler fehlten aus dem VfB-Kader. Angeschlagen, verletzt, positiv auf Corona getestet oder nicht vollständig geimpft. Die Stuttgarter meldeten nach Sasa Kalajdzic zwei weitere Spieler (namentlich nicht genannt), die sich mit dem Virus infiziert haben. Das löste eine Menge Arbeit aus, die jedoch wenig mit Fußball zu tun hatte und viel mit Organisation.

Pellegrino Matarazzo muss improvisieren

„Mit der Aufstellung mussten wir deshalb mehr als improvisieren“, sagte Matarazzo. Nur acht Profis standen dem Coach zur Verfügung, der Rest wurde mit Spielern aus der U 21 aufgefüllt. In Manuel Polster, Richard Weil und Dominik Nothnagel standen drei von ihnen in der Startelf. „In einem Pflichtspiel hätten wir aber nahezu mit der vollen Kapelle antreten können“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat. Eine reine Vorsichtsmaßnahme sei es gewesen, die Spieler, die noch nicht vollständig geimpft sind, an diesem Abend außen vor zu lassen. Trotz ihrer negativen Corona-Tests am Spieltag.

Doch es sollte kein Risiko eingegangen werden. Das war mit den Gästen aus Barcelona so vereinbart. Es wurde sogar darüber diskutiert, die Vorbereitungspartie ausfallen zu lassen. Nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hieß es jedoch, das Spiel vor 25 000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena anzupfeifen. Allerdings verzögerte sich der Spielbeginn um eine Stunde, da die zwei Barça-Mannschaftsbusse im Stau standen.

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Als es sportlich losging, waren die Rollen schnell verteilt. Die Mannschaft von Ronald Koeman hatte meist den Ball und griff routiniert an, die zusammengewürfelte VfB-Elf wehrte sich und konterte. Die Neuzugänge Memphis Depay (21.) und Yusuf Demir (36.) sowie Riqui Puig (73.) erzielten die Tore für Barça, das ohne den immer noch vertragslosen Superstar Lionel Messi angetreten war.

Was sagt Sven Mislintat zum Spiel?

„Wichtig war, dass wir Mentalität gezeigt haben. Nach der Pause waren wir zeitweise auf Augenhöhe“, meinte Matarazzo. Offensivaktionen des VfB gab es jedoch nur wenige. Ein Konter über Philipp Förster, Manuel Polster und Roberto Massimo wurde abgeblockt (45.). Dann forderten die Stuttgarter nach einer Attacke gegen Massimo einen Foulelfmeter (52.). Der Pfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel blieb allerdings aus.

„Wir haben dem FC Barcelona ein intensives Spiel geliefert“, sagte Mislintat, der natürlich weiß, dass die sportliche Aussagekraft der Begegnung begrenzt ist. Vor allem mit Blick auf die ersten Pflichtaufgaben am nächsten Samstag im DFB-Pokal bei Dynamo Berlin sowie eine Woche später beim Bundesligastart gegen die SpVgg Greuther Fürth. Doch diesmal stand für die Stuttgarter das Erlebnis im Vordergrund, sich mit den Stars aus der Champions League zu messen.

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