Auf ins nächste Gefecht: Hansjörg Schlenk als noch trockener „Pfarrer“. Foto: Martina Fürstenberger - Martina Fürstenberger

Bätschnass oder furztrocken? Dies war die spannende Frage beim Fischerstechen in Bad Cannstatt. Die Zuschauer erlebten spannende Duelle und Drachenbootrennen auf dem Neckar.

Bad CannstattDie Paddler der Kanugesellschaft Stuttgart mussten beim gestrigen Fischerstechen ganze Arbeit leisten: Sieben Durchläufe brauchten Sascha Magerl von den Kornwestheimer Kornfetz in der Figur des Hemdglonkers und Kübler Thomas Zaiß als Zimmermann, um das Halbfinale zu entscheiden: Am Ende war Zaiß „bätschnass“ und Magerl „furztrocken“, wie die Zuschauer am Neckarufer am Mühlgrün lauthals kommentierten. Fast ebenso spannend mit drei Anläufen war das Halbfinale zwischen Titelverteidiger Frank Dräbelhoff in der Figur „Bier“ gegen „Schornsteinfeger“ Stephan Rothwein, der als Neuling zwar eine gute Figur machte, aber trotzdem als erster ins Wasser ging. Umso schneller war dafür das Finale entschieden: Nach beherztem Anlauf der Rudererteams verlor Sascha Magerl schon beim ersten Stoß mit der Lanze das Gleichgewicht und stürzte in den Neckar. Dräbelhoff, der zuvor schon Benedikt Fahrland als „Wein“ und Kurt Heidmann als „Richter“ ins Wasser befördert hatte, ist damit der erste Teilnehmer des Fischerstechens, dem das Triple gelang: Schon 2015 und 2017 bewies er Standhaftigkeit. Das Bad im Neckar ließ er sich trotzdem nicht nehmen – nach einer gekonnten Verbeugung sprang er beherzt in den Fluss.

Alle zwei Jahre richtet der Kübelesmarkt das Cannstatter Fischerstechen aus. Lustige Figuren treten dabei gegeneinander an: Mönch gegen Pfarrer zum Beispiel, Steuerzahler gegen Graf Melac, oder Knastbruder gegen Richter. Als Knastbruder ließ sich dieses Jahr Tamás Hoffmann, Bürgermeister von Bad Cannstatts Partnerstadtbezirk in Budapest, verpflichten. Ob das Wasser im Neckar so schön sei wie das Mineralwasser in seinem Stadtteil Ujbuda, wurde er gefragt. „Fast“, meinte er, als er bereits in der Vorrunde gegen „Richter“ Kurt Heidmann ausschied. Ebenso in der Vorrunde scheiterte Kübler Joti Delinasakis, der in der Vergangenheit bereits vier Mal das Fischerstechen gewonnen hatte.

Aus dem Wasser gezogen wurden die Verlierer zuverlässig von den Mitgliedern der DLRG-Ortsgruppe Bad Cannstatt. Ein waches Auge auf die Einhaltung der Regeln hatte die erfahrene Jury, bestehend aus Martin Motschenbacher, Wilhelm Bauer und Rolf Hohl. Ein Stoß mit der Lanze gegen den Hals würde ebenso zum Ausscheiden führen wie das Verlassen der Plattform.

Die lokale Politprominenz trat beim Drachenbootrennen gegeneinander an. Eindeutig den besten Rhythmus hatten die „Bauigel“ vom städtischen Tiefbauamt, die damit den Cannstatter Kübler-Cup gewannen. Sie ließen selbst die Kübler hinter sich, die fleißig trainiert hatten und sich in ihrem roten Narrenschiff mächtig ins Zeug legten. Auf den weiteren Rängen landeten die Boote von CDU, SPD, Grünen und FDP.

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