In Spitzenzeiten wurden 100 Patienten am Tag in der Ambulanz behandelt. Foto: /Streib

Aufgrund sinkender Coronazahlen schließt die Fieber-Ambulanz am Neckarpark Ende Juni.

Bad Cannstatt - Wegen der sinkenden Fallzahlen wird die Arbeit in der Einrichtung, die während der Corona-Krise im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) betrieben wurde, bis auf Weiteres beendet. Bürgerinnen und Bürger, bei denen ein Corona-Test erforderlich ist, werden künftig von den Corona-Schwerpunktpraxen in Stuttgart betreut.

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, und Dr. Johannes Fechner, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVBW haben der Fieber-Ambulanz nun einen Abschiedsbesuch abgestattet und sich bei dem verantwortlichen Arzt, Dr. Hans-Jörg Wertenauer, dem Kinder- und Jugendarzt, Dr. Rainer Gutbrod, sowie dem gesamten Praxisteam bedankt.

Bürgermeisterin Sußmann sagte: „Wir haben die Fieber-Ambulanz gleich zu Beginn der Pandemie unbürokratisch und schnell eingerichtet. Diese Soforthilfe war ein mutiger Schritt. Dadurch konnten infizierte Patienten in Stuttgart rasch versorgt und die Fallzahlen niedrig gehalten werden. Dort, wo nachjustiert werden musste, wurde unverzüglich gehandelt. Mein Dank geht an alle beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie Helferinnen und Helfer. Sie haben exzellente Arbeit geleistet und die Kooperation verlief tadellos. Wir hoffen natürlich, dass es zu keiner zweiten Welle kommen wird. Aber wenn, dann lässt sich die Fieber-Ambulanz in Kürze wieder hochziehen.“

Amtsleiter Ehehalt betonte, dass die Fieber-Ambulanz als zusätzliche Anlaufstelle neben den Corona-Ambulanzen der Kliniken sehr sinnvoll gewesen sei: „Eine separate Infrastruktur zu schaffen, hat sich bewährt. Dadurch konnten die Patientenströme ideal gelenkt werden: Die leichteren Fälle kamen in die Fieber-Ambulanz im Neckarpark, die schweren Fälle wurden von den Kliniken betreut. In der Praxis war das ein Erfolgsmodell.“

KVBW-Vizechef Fechner beschrieb die Fieber-Ambulanz als „zweckmäßiges und funktionsfähiges Konzept“. In Stuttgart habe dies vorbildlich funktioniert, so Fechner weiter. Die nächsten drei Monate werde die KVBW nutzen, um den Lagerbestand aufzufüllen. „Wir werden uns eine Basisausrüstung anschaffen, sodass im Herbst – wenn die Infektzeit wieder beginnt – vorgesorgt ist. So sind wir bei Bedarf schnell handlungsfähig.“

Am 17. März ging die Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion zunächst als Provisorium zur schnellen Hilfe und Entlastung der Kliniken im Auftrag der Stadt Stuttgart in Betrieb. Federführend war das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Mit dem Rückbau der ursprünglichen Fieber-Ambulanz im Reitstadion zum 1. April übergab das DRK den Betrieb an die Kassenärztliche Vereinigung. Insgesamt sind in der Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion rund 1200 Patienten behandelt worden.

Ende März bezog die Fieber-Ambulanz neue Räumlichkeiten in der Jugendherberge Stuttgart Neckarpark. In der täglichen Sprechstunde wurden Patienten mit Atemwegsinfekten auf Überweisung durch den Hausarzt oder durch den niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt behandelt. Die Versorgung erfolgte für die erwachsenen Patienten durch Hausärzte und für die pädiatrischen Patienten durch Kinderärzte. Zur Vorstellung in der Fieber-Ambulanz war ein Überweisungsschein notwendig. Weil der Bedarf an Rachenabstrichen zwischenzeitlich stark anstieg, wurde in der neuen Fieber-Ambulanz eine ergänzende Abstrichstelle für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet.

In der Elwertstraße sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung von Ende März bis Ende Mai rund 2600 Erwachsene und 300 Kinder behandelt worden. Es wurden etwa 2400 Abstriche vorgenommen. In den anfänglichen Spitzenzeiten haben sich mehr als 100 Patienten pro Tag in der Fieberambulanz eingefunden. Zuletzt sind die Zahlen aber deutlich zurückgegangen. Vom 30. März bis zum 30. April waren von den Patienten der Fieber-Ambulanz 99 Patienten mit dem Coronavirus infiziert. Im Mai gab es keine positiv getesteten Patienten mehr.

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