Bezirksvorsteherin Beate Dietrich, Heinz Wolf (Caritas Stiftung), Daniel Kurzius (Baufirma Mörk) und Stifter Klaus Lang (v.l.) bei der Grundsteinlegung. Foto: Elke Hauptmann Foto:  

In der Höhbergstraße 65 entsteht für 3,5 Millionen Euro ein Seniorenwohnprojekt mit 14 Wohnungen. Jetzt erfolgte der Spatenstich. Ende 2021 soll der Neubau bezogen werden.

Wangen - Die Tageszeitung, das daumendicke Baugesuch, ein Mund-Nasen-Schutz, der Rosenkranz von Magdalena Lang, Klosterschnaps und einige Stiftungsprospekte passten gerade so in die „Zeitkapsel“ aus Kupfer, die Stifter Klaus Lang sowie Heinz Wolf, Geschäftsführer der Caritas Stiftung Stuttgart, Wangens Bezirksvorsteherin Beate Dietrich und Daniel Kurzius vom Bauunternehmen Mörk am Dienstagnachmittag im Kiesbett der Baugrube versenkten. Vom stellvertretenden Stadtdekan Michael Heil gab es zuvor den Segen für das „Haus Magdalena“.

Preiswerter Wohnraum

Die Dokumente der Gegenwart sollen den zukünftigen Generationen Beleg einer besonderen Gemeinschaftsaktion sein: In der Höhbergstraße 65 entsteht ein Neubau mit 14 Seniorenwohnungen und ambulantem Pflegeservice. 3,5 Millionen Euro investieren die Bauherren, allein 20 Prozent der Bausumme steuert der frühere Erste Bürgermeister Stuttgarts, Klaus Lang, mit seiner Privatstiftung bei. „Ich möchte etwas Bleibendes für die Nachwelt schaffen.“ Der Rest werde über Darlehen finanziert, sagte Heinz Wolf. Vom Land gebe es bereits eine Zusage über einen Zuschuss, von der Stadt Stuttgart erhoffe man sich ebenfalls Fördermittel, um 13 Wohnungen zu einem sozialen Mietpreis anbieten zu können. Dazu einen Teil beitragen zu können, macht Klaus Lang laut eigener Aussage sehr stolz. „Es ist mir ein großes Anliegen, preiswerten Wohnraum zu schaffen“, betonte der Vorsitzende des Eigentümervereins Haus & Grund. Die 14. Wohnung im obersten Geschoss ist frei finanziert. Spekulationen, der Stifter würde vielleicht selbst gern in das nach seiner Mutter Magdalena benannte Haus einziehen wollen, wies er zurück. „Auch diese Wohnung wird vermietet.“ Der Bedarf nach einer solchen Einrichtung sei groß, sagte Beate Dietrich. „Ich freue mich sehr, dass sich die Dr. Klaus Lang Stiftung und die Caritas entschieden haben, dieses Projekt in unserem Stadtbezirk umzusetzen.“ Es passe gut hierher: In Wangen gebe es bereits das Haus Teresa der Caritas, ein Wohnhaus für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Begegnungen ermöglichen

Entstehen wird auf dem 788 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem einst das nicht mehr von der Gemeinde benötigte Gebäude der Neuapostolischen Kirche stand, ein fünfgeschossiger Neubau mit einer offenen Treppenhalle und – natürlich – einem Aufzug. Alle Wohnungen sind barrierefrei, fünf von ihnen sogar rollstuhlgerecht, erläuterte Norbert Görlich von der Architektenpartnerschaft ARP, die für den Entwurf verantwortlich zeichnet. Im Erdgeschoss gebe es einen Gemeinschaftsraum, in der zweiten Etage eine Gemeinschaftsterrasse. „Wir hoffen, dass dort viele Begegnungen stattfinden werden.“ Zum Haus gehören auch sieben Autostellplätze und mindestens ebenso viele Radparkplätze. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden zwei Bäume vor dem Haus gepflanzt.

Bezugsfertig soll „Haus Magdalena“ Ende 2021 sein. Dann seien auch wieder Haussperling und Hausrotschwanz willkommen, sagte Klaus Lang. Sie hatten in dem seit einigen Jahren leer stehenden Kirchengebäude gebrütet und damit den Baustart des Projektes um einige Monate verzögert. Für sie sollen am Neubau Nistkästen angebracht werden. Schon jetzt wurden eigens für sie einige Kästen am gegenüberliegenden Gebäude montiert.

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