Das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in der Höhbergstraße ist abgerissen – und damit Platz für den Neubau von „Haus Magdalena“. Foto: Elke Hauptmann

Nachdem die Spatzen ausgeflogen waren, konnte das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in der Höhbergstraße 65 abgerissen werden. Auf dem Grundstück will die Caritas Stiftung am 13. Oktober den Grundstein für ihr Seniorenwohnprojekt legen.

Wangen - W ir können nun endlich mit dem Bau beginnen“, zeigt sich Heinz Wolf, der Geschäftsführende Vorstand der Caritas Stiftung Stuttgart, erleichtert. Am 13. Oktober soll der Grundstein für das „Haus Magdalena“ in der Höhbergstraße gelegt werden – benannt nach der Mutter des früheren Ersten Bürgermeisters von Stuttgart, Klaus Lang. Dessen Privatstiftung unterstützt das auf gut drei Millionen Euro kalkulierte Neubauvorhaben finanziell. Entstehen sollen 14 betreute Wohnungen für Senioren.

Das Baufeld ist mittlerweile freigeräumt – dieser Tage wurde das ehemalige Gebäude der Neuapostolischen Kirchengemeinde abgerissen. Auf die Abbruchgenehmigung musste die Caritas Stiftung lange warten. Bereits im April hatten die Bauarbeiter mit dem Entkernen begonnen, Anfang Mai der Bagger ein erstes Stück aus dem Dach gerissen. Dann aber wurde vom städtischen Umweltamt ein Baustopp verhängt. Der Grund: Spatzen brüteten im Gotteshaus, dabei durften die geschützten Tiere nicht gestört werden. „Das war für uns schon ein Rückschlag“, sagt Wolf, der eigentlich am 3. Juli den symbolischen Baustart feiern wollte.

Nicht ausreichend untersucht

Ursprünglich hätte das mit dem Abbruch beauftragte Unternehmen viel früher mit den Arbeiten beginnen und fertig sein sollen. Als es dann endlich losging, war die Überraschung groß. „Man hätte sich vielleicht denken können, dass sich in einem Gebäude, das schon lange leer steht, ein paar Tiere ansiedeln könnten“, räumt Wolf ein. Immerhin hatte die Neuapostolische Kirche das Ende der 1950erJahre errichtete Haus bereits 2012 aufgegeben. Man habe das Objekt jedoch nicht ausreichend untersuchen lassen. Jetzt lägen mehrere Tierschutzgutachten vor – und nachdem die Spatzenfamilien nachweislich ausgezogen waren, konnte das Gebäude abgerissen werden. Wolf ist zuversichtlich, dass es keine weiteren Überraschung geben wird. Aber: „Bauen in Stuttgart ist immer ein kleines Abenteuer.“

Zeitplan soll gehalten werden

Entstehen werden auf dem 788 Quadratmeter großen Grundstück, das die Caritas Stiftung bereits im Jahr 2016 erworben hat, 14 Wohnungen in einer Form des betreuten Wohnens. Zielgruppe sind Menschen ab 65 Jahren, die zwar noch relativ selbstständig sind, aber das vielfältige Betreuungsangebot des Caritasverbandes in Anspruch nehmen wollen.

Den Zeitplan für das Projekt will die Caritas Stiftung trotz des Zeitverzugs halten, „die Fertigstellung ist bis Ende 2021 vorgesehen“. Auch nennenswerte Mehrkosten seien dadurch nicht entstanden. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Wolf.

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