16 Jahre lang war Christoph Palm ein sehr beliebter Oberbürgermeister. Nun räumt er sein Büro im Fellbacher Rathaus. Foto: Hauptmann Quelle: Unbekannt

Von Elke Hauptmann

Fellbach - 16 Jahre lang hat er die Geschicke Fellbachs maßgeblich bestimmt, am 1. November endet die Amtszeit von Christoph Palm als Oberbürgermeister. Für eine dritte Periode stand der 50-Jährige nicht mehr zur Verfügung. Er wolle sich - „in der gefühlten Mitte“ seines Lebens - neuen Herausforderungen stellen, hatte der studierte Jurist schon vor einem halbem Jahr verkündet. Es sei genau der richtige Zeitpunkt für einen beruflichen Wechsel, so Palm: Die 44 600 Einwohner zählende Kappelbergstadt sei in allen Bereichen gut aufgestellt, die Stadtgesellschaft stehe fest zusammen, die Attraktivität Fellbachs als Wohn-, Arbeits- und Lebensort konnte in den vergangenen Jahren weiter gesteigert werden.

Der Versuchung, eine persönliche Bilanz seiner Amtszeit zu ziehen, widersteht Palm bis zum heutigen Tag. Er habe nichts anderes gemacht, als der Stadt Bestes zu suchen, zitiert er darauf angesprochen gern ein Bibelwort, das Maxime seines Tuns war. Und er will nicht, dass man seinen Erfolg als Fellbacher Oberbürgermeister an großen Bauprojekten oder an der Höhe der bewegten Milliarden festmache.

Gleichwohl ließen sich da etliche Dinge aufzählen. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft wurden in den vergangenen Jahren viele wichtige Vorhaben realisiert: der Bau des Familien- und Freizeitbades F.3 beispielsweise, der Erweiterungsbau und die Modernisierung der Schwabenlandhalle, das in absehbarer Zeit fertiggestellte Wüst-Areal, zudem der quantitative und qualitative Ausbau der Kinderbetreuung und die Schulentwicklungsplanung. Auf seine Initiative gingen die Gründung des Virtual Dimension Centers (VDC), der Bürgerstiftung Fellbach und der Dr. Karl und Elisabeth Eisele-Stiftung zurück; auch der Fellbach-Hopf, die Fellbach-Proms, die Eislaufbahn auf dem Kirchplatz sowie weitere Aktivitäten im Bereich des Stadtmarketings fußen auf seinen Ideen. Auch Kunst und Kultur in der Kappelbergstadt verdanken ihm zahlreiche Anregungen und Impulse. In Fellbach, blickt Palm dankbar zurück, habe es reichlich Gestaltungsmöglichkeiten gegeben: „Wir haben hier einen sehr aufgeschlossenen Gemeinderat, wir haben die finanziellen Mittel und wir haben auch den Bedarf, Dinge zu verändern.“

Palm war allseits geschätzt - bei den Rathausmitarbeitern für seinen teamorientierten Führungsstil, bei den Gemeinderatsfraktionen für sein sachliches Miteinander, bei den Fellbachern für seine Bürgernähe, bei den Vereinen und Firmen für seine offene, verbindliche Art. Er wollte überzeugen, nicht überrumpeln. Dass er seine Funktion nicht als Job, sondern als Herzensangelegenheit verstand, machte ihn zu einem äußerst beliebten Oberbürgermeister.

Zum 1. Januar 2017 wird Christoph Palm Geschäftsführer einer großen privaten Stiftung mit Sitz in Baden-Württemberg. „Ich freue mich auf diese neue berufliche Aufgabe, die viel Gestaltungspotenzial beinhaltet.“ Fellbach, so beteuert er aufrichtig, werde weiterhin einen besonderen Platz in seinem Leben behalten - hier war er aufgewachsen und zur Schule gegangen; hier trat er in die Fußstapfen seines Vaters Guntram Palm, der zehn Jahre lang das Stadtoberhaupt der Kappelbergstadt war; hier wird er weiterhin mit seiner Familie leben.

Seine Nachfolgerin Gabriele Zull hat am 2. November ihren ersten Arbeitstag im Fellbacher Rathaus. Die bisherige Erste Bürgermeisterin von Göppingen wird am 7. November offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Sie hatte sich im ersten Wahlgang mit 61,4 Prozent der Stimmen gegen vier Mitbewerber durchgesetzt.

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