Neugründung eine Gymnasiums auf dem Steinenberg oder Start als Außenstelle des Wirtemberg-Gymnasiums? Die Beiräte des Fördervereins diskutierten kontrovers. Foto: Kuhn Mathias

Die Diskussion um die Weiterentwicklung des Schulstandorts am Steinenberg nimmt Fahrt auf. Der Beirat des Fördervereins tagte und überlegte, wie die Inbetriebnahme des Gymnasiums schneller erreicht werden kann.

Hedelfingen - Nach einigen Monaten, in denen es um die Zukunft des Gymnasiums auf dem Steinenberg ruhig geworden war, nimmt die Diskussion wieder Fahrt auf. Im Rahmen einer virtuellen Sitzung kamen die Beiratsmitglieder des Fördervereins Schulcampus am Mittwoch zusammen. Aus gutem Grund: Der Förderverein drückt aufs Tempo. „Seit mehr als zehn Jahren fordern die Hedelfinger eine weiterbildende Schule auf dem Steinenberg. Es wurde diskutiert, geprüft, verworfen und wir wurden vertröstet. Wir wollen keine weitere Warteschleife erleben“, meinte Vorstandsmitglied Roger Schenk .

Dringender Bedarf

Für ihn gibt es drei zentrale Fragen auf dem Weg zum Gymnasium: Lassen sich die notwendigen Schülerzahlen sicherstellen? Eignet sich der Standort für einen Neubau und erreicht man über eine Außenstelle oder über eine Neugründung die Inbetriebnahme am schnellsten? Schenk machte deutlich, dass der Bedarf besteht. Im kommenden Schuljahr wechseln 190 GrundschülerInnen der Oberen Neckarvororte auf ein Gymnasium. 101 kommen im Wirtemberg-Gymnasium, 20 in privaten Bildungseinrichtungen, 69 Jugendliche in anderen Gymnasien unter. „Diese 69 und weitere Einpendler, beispielsweise von Stuttgart-Ost, könnten im Gymnasium auf dem Steinenberg aufgenommen werden“, so Schenk. Durch den Zuzug von Familien in die Wohnungen am Neckarpark Bad Cannstatt und durch den Wegfall der Containerlösung im Wirtemberg-Gymnasium werde das Potenzial zusätzlich erhöht.

Tolle Entwürfe für Schulneubau

Auch der Standort scheint sich bestens zu eignen. 16 Studierende der Architektur-Masterklasse von Professor Michel Röder von der Uni Stuttgart nahmen sich der Aufgabe an und entwickelten unterschiedliche Lösungsansätze. Offiziell werden die Entwürfe im Rahmen eines Wettbewerbs im Mai vorgestellt. Die ersten Einblicke, die Röder erlaubte, begeisterten die Sitzungsteilnehmer. Die besten Ideen für den gewünschten Neubau zu übernehmen und schnell loszulegen, wie es sich Fördervereinschef Paul Wurm wünscht, scheint jedoch illusorisch, wie Stadträtin Rose von Stein warnte. „Die faszinierenden Ideen der Studierenden sind eine Grundlage für eine Standort- oder Machbarkeitsstudie und für einen Wettbewerb, die die Stadt sicherlich ausschreiben muss“, bremste auch Andreas Hein, der Leiter des Schulverwaltungsamts, zu optimistische Zeitpläne. „Die plastischen Ideen sind aber ein Riesenpfund und ein wertvoller Baustein auf dem Weg zum notwendigen Schulneubau auf dem Steinenberg“, ließ Schenk nicht locker. Auch eine private Finanzierung des Neubaus wäre als kreativer Lösungsansatz denkbar.

Keine weitere Warteschleife

Zuvor müsste allerdings entschieden werden, ob das Gymnasium zunächst als Außenstelle, beispielsweise als Filiale des Wirtemberg-Gymnasiums, starten und dann in die Eigenständigkeit überführt wird, oder ab das Steinenberg-Gymnasium von Beginn an neu gegründet und dann sukzessive ausgebaut wird. Beides habe Vor- und Nachteile, stellten die Sitzungsteilnehmer fest.

Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre, in denen sie von möglichen Schulpartnern immer wieder vertröstet wurden, tendieren Schenk und andere Beiratsmitglieder zur Neugründung. „Wir benötigen eine Entscheidung bis Herbst 2021, um mit dem Zeitplan nicht in Verzug zu kommen. Die Zeit des Abwartens ist vorbei“, fordern Schenk und sein Vorstandskollege Paul Wurm. Hein steht der Neugründung eher skeptisch gegenüber. „Die Praxis zeigt, dass das Ministerium uns keine Lehrer und Schulleiter für eine kleine Schule mit zu Beginn nur 69 SchülerInnen erlaubt.“ Eine Außenstelle sei vermutlich zielführender. „Es wird ein steiniger Weg, aber wir werden alles daran setzen, dass wir in einem überschaubarem Zeitraum ein Gymnasium erhalten“, gab sich Wurm optimistisch.

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