Die Bezirksbeiräte plädieren für ein ortsnahes Interimsquartier zur Auslagerung der WilhelmschülerInnen. Ein möglicher Standort wäre das Schulgelände. Foto: Mathias Kuhn

Die Hedelfinger und Wangener Bezirksbeiräte bitten, die Stadt zu prüfen, ob es Alternativen zur Auslagerung der WilhelmsschülerInnen in die Steinenbergschule gibt.

Wangen - Im Sommer 2022 soll mit den Bauarbeiten zur Erweiterung der Wilhelmsschule begonnen werden. Die Wangener Grund- und Werkrealschule benötigt dringend mehr Platz. Durch die zunehmende Schülerzahl und den Ganztagsschulbetrieb herrscht im normalen Schulbetrieb oft Platznot. Die Erweiterung ist finanziert, die Baupläne sind genehmigt, im kommenden Jahr soll es losgehen. Auf die Schulverantwortlichen wartet eine logistische Herkulesarbeit. Bauarbeiten unter – hoffentlich wieder – normalem Schulbetrieb. Dies kann nur bewältigt werden, indem ein Teil der Schülerinnen und Schüler für die rund zweijährige Bauzeit ausgelagert werden. Bislang sieht das Schulverwaltungsamt dafür die Steinenbergschule vor. Ein aus vielerlei Gründen umstrittenes Interimsquartier. Die Bezirksbeiräte aus Wangen und Hedelfingen haben in ihren Märzsitzungen deswegen – auf Initiative der CDU-Fraktionen – die Stadtverwaltung gebeten, nochmals zu prüfen, ob es nicht doch eine bessere Übergangslösung gebe.

Die Bezirksbeiräte hätten auch einige Alternativvorschläge. „Neben der gegenwärtigen Variante mit der Steinenbergschule soll auch ein Schulprovisorium mit Containern vor Ort in Wangen, in Hedelfingen oder die Alte Schule Hedelfingen in die Prüfung einbezogen werden“, heißt es in den Anträgen. In den Diskussionen wurden dabei sowohl das Gelände der Wilhelmsschule als auch der Wangener Festplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jugendhaus B 10 als potenzielle Standorte für das Containerdorf genannt. „Eventuell können dazu die eingerichteten Container des Provisoriums des Wagenburg-Gymnasiums zumindest teilweiser genutzt werden.“

Die Nähe zur Wilhelmsschule hätte auch logistische und organisatorische Vorteile, so die Bezirksbeiräte. „Wenn ein Teil der Schülerinnen und Schüler in die Steinenbergschule betreut werden, müsste dort auch ein zweites Rektorat eingerichtet und das Lehrerkollegium gesplittet werden“, meinte Hedelfingens CDU-Bezirksbeirat Roger Schenk. Die Bezirksbeiräte denken auch an die Jugendlichen. Zur Steinenbergschule hätten diese natürlich längere Wege zurückzulegen.

Auch das alte Schulhaus am Hedelfinger Platz erscheint deswegen zumindest den Wangener Politikern passender, die Hedelfinger verzichteten darauf, explizit auf ihr Bürgerhaus hinzuweisen. Es ist nur zwei Stadtbahnhaltestellen von der Wilhelmsschule entfernt und aufgrund seiner Historie auf einen Schulbetrieb ausgerichtet. Auch dort könnten beispielsweise auf dem alten Schulhof Container aufgestellt werden.

Wenn sich das Schulverwaltungsamt doch noch auf einen alternativen Standort einließe, hätte dies einen weiteren Vorteil für die Schullandschaft in den Neckarvororten: Es könnte mit der Umgestaltung der Steinenbergschule in einen Standort mit Gymnasium früher angefangen werden. „Der Bezirksbeirat hat im Februar 2020 beschlossen, dass die Nutzung der Steinenbergschule die Weiterentwicklung des Hedelfinger Schulstandorts nicht über Jahre behindern oder verzögern darf“, erklären Hedelfingens Bezirksbeiräte. Dies scheint aber der Fall. Denn nach Auskunft des Schulverwaltungsamts können alle Maßnahmen der Schulentwicklung am Steinenberg, wie die Aufnahme konkreter baulicher Planungen oder die Einrichtung einer Außenstelle eines Gymnasiums, frühestens nach Ende der Auslagerung der Wilhelmsschule erfolgen – also frühestens in drei Jahren.

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