Regionalzüge werden für die moderne Signaltechnik ETCS umgerüstet. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Im Dezember 2025 soll nicht nur Stuttgart 21 in Betrieb gehen, dann soll der Schienenknoten Stuttgart und der größte Teil des S-Bahn-Netzes mit digitaler Technik gesteuert werden. Dafür gibt es jetzt Geld von der EU.

Stuttgart - Die Europäische Union fördert den Ausbau des Schienenknotens Stuttgartmit digitaler Technik. Wie das baden-württembergische Verkehrsministerium mitteilt, erhält das Land aus einem EU-Fördertopf fast 17 Millionen Euro für die Ausrüstung von 119 Regionalfahrzeugen mit dem European Train Control System (ETCS). „Die EU-Kommission bestätigt damit die Bedeutung des Projekts und trägt dazu bei, die Voraussetzungen zur Befahrung des digitalen Knoten Stuttgart zu schaffen. Das macht unseren Eisenbahnbetrieb zuverlässiger und steigert die Kapazitäten“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Mit ETCS verbindet sich auch die Hoffnung, dass die S-Bahnen in der Region Stuttgart pünktlicher verkehren.

Auch die CDU-Landtagsfraktion beansprucht den Erfolg für sich. „Wir arbeiten auf allen politischen Ebenen am Gelingen dieses wichtigen Projekts“, erklärten die Verkehrsexperten Nicole Razavi und Thomas Dörflinger: „Diese Finanzierungszusage ist auch das Ergebnis des gemeinsamen Einsatzes von Regional-, Landes- und Bundespolitik.“

Ende 2025 ist der Start geplant

Ein wesentlicher Teil des Projekts soll zusammen mit Stuttgart 21 Ende des Jahres 2025 in Betrieb gehen. Dabei ist vorgesehen, dass sämtliche S-21-Strecken sowie große Teile des S-Bahn-Netzes in Stuttgart und bis Sindelfingen und Filderstadt mit der Signaltechnik ETCS ausgestattet und von digitalen Stellwerken aus gesteuert werden. Bis 2030 sollen dann alle S-Bahn-Strecken bis zu den Endpunkten umgerüstet sein. Der Bund fördert das Projekt mit 200 Millionen Euro, aus dem S-21-Topf kommen gut 160 Millionen Euro. Die Umrüstung der Regionalzüge und S-Bahnen ist dabei ein wesentlicher Teil, weil Fahrzeug und Strecke bei ETCS ständig über Funk Daten austauschen. Zudem wird dadurch ein automatisierter Fahrbetrieb mit einem Zugführer möglich.

Dadurch sind kürzere Zugabstände erlaubt, was vor allem die Kapazität der S-Bahn-Stammstrecke erhöhen soll. Der digitale Knoten Stuttgart ist eines von drei Pilotprojekten, mit denen das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn die Ausrüstung mit digitaler Technik erproben. Das Ziel ist, bis 2035 das gesamte deutsche Schienennetz umzurüsten.

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