Quelle: Unbekannt

Die Mitarbeiter vom Bezirksamt, die für die Kursaalverwaltung zuständig sind, und auch der Kursaalpächter dürfen aufatmen: Das Sanierungsende des Dachs am Kleinen Kursaal ist in Sicht. „Ende Mai, Anfang Juni wird das Maßnahmenpaket abgeschlossen sein“, sagt Michael Gutsch vom städtischen Hochbauamt. Was ihn als Projektleiter besonders freut: „Wir liegen nicht nur im Zeitplan, auch wird die Sanierung nicht ganz so teuer, wie anfangs veranschlagt wurde.“ Gutsch schätzt, dass es etwa 100 000 Euro günstiger werden könnte. Bei Beginn der Maßnahmen ging das Hochbauamt noch von 950 000 Euro aus. „Die Holzschäden an der Dachkonstruktion waren doch nicht so groß, wie befürchtet“, so der Projektleiter. Dennoch gab es in den vergangenen Monaten viel zu tun, zumal die Sanierung natürlich in enger Absprache und nach den Vorgaben des Denkmalschutzes erledigt werden musste. Der hintere Bereich des Dachs ist bereits komplett fertig und das Gerüst soweit zurückgebaut, dass dort der Biergartenbetrieb loslegen konnte. Bekanntermaßen startet am Sonntag auch die Kurkonzertsaison der Vereinigung Cannstatter Vereine in der Muschel, die ebenfalls saniert werden musste. Auch hier war Feuchtigkeit in die Holzkonstruktion eingedrungen.
Keine Konstruktionspläne
Der Schreck der Verantwortlichen beim Liegenschaftsamt war groß, als im Herbst 2016 Handwerker mit einer Hiobsbotschaft auf der Matte standen. Sie hatten jede Menge Risse an der Decke und an einigen Wänden entdeckt. Da zudem der Verputz stark abgeblättert war, ging man zunächst von einem größeren Wasserschaden aus. Da die Experten beim Hochbauamt jedoch nicht wussten, woher die große Feuchtigkeit kam, wurden die Untersuchungen intensiviert. Das einzig Positive: Weder Gastronomie, noch die Veranstaltungen im Kleinen Kursaal waren betroffen, die Statiker hatten keinerlei Bedenken und gaben grünes Licht.
Nach einem halben Jahr stand fest: Der Kleine Kursaal benötigt ein komplett neues Dach. Es hatte sich herausgestellt, dass das eingedrungene Wasser bereits Pilzbefall und Schimmelbildung in der Holzkon­struktion des Dachstuhls verursacht hatte. Nach Ende der Freiluftsaison sollte die Sanierung beginnen, allerdings stellten sowohl die Mitarbeiter beim Hochbauamt, wie auch die Kollegen beim Liegenschaftsamt mit Erstaunen fest: Vom Kleinen Kursaal gibt es keine Konstruktionspläne mehr. Ein exakter Sanierungsplan war laut Liegenschaftsamt deshalb aufwendig. Auch die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz, Bauphysikern, Statikern, Gutachtern waren komplex und hatten Auswirkungen auf den Zeitplan. Schlussendlich musste das Sanierungsvorhaben auch noch ausgeschrieben werden. All das war im Jahr 2017 nicht mehr zu stemmen und das Projekt wurde deshalb ein Jahr verschoben. Mit Rücksicht auf den Kursaalpächter wartete man die Freiluftsaison ab und begann erst im Herbst 2018, den Kleinen Kursaal einzurüsten. Dass der Zeitplan von knapp sieben Monaten eingehalten werden konnte, war jedoch auch der günstigen Witterung geschuldet. Denn die Reparatur- und Ausbesserungsmaßnahmen an der Dachverzierung waren bei Temperaturen unter fünf Grad nicht mehr möglich. Da es jedoch kein außergewöhnlich kalter Winter war, konnte der Zeitplan eingehalten werden.

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