Es wird Veränderungen auf der Anlage des TB Cannstatt geben. Manche Ideen – wie die Erneuerung der Laufbahn oder der Bau einer Finnenbahn – werden demnächst angegangen, andere hofft der Verein, in naher Zukunft verwirklichen zu können. Foto: TBC (z)

Auf dem Sportgelände am Emil-Kiemlen-Weg wird es viele Veränderungen geben.

Bad Cannstatt - Gebraucht, ja regelrecht verbraucht sieht der Rasenplatz plus Laufbahn des TB Cannstatt auf dem Vereinsgelände am Emil-Kiemlen-Weg aus. Kein Wunder, die letzte große Sanierung datiert auf 1985. Doch in den nächsten Jahren kommt Bewegung auf die Anlage – sie soll modernisiert und für die Zukunft fit gemacht werden – und zwar Stück für Stück.

Viele TBC-Mitglieder plus zahlreiche SchülerInnen von fünf Schulen, die zu normalen Zeiten auf der Anlage ihren Sportunterricht oder Bundesjugendspiele bestreiten, sorgen gemeinhin für viel Aktivität auf der Anlage. Auch ansonsten ist im weiten Rund mit schönem Blick über das Neckartal viel Bewegung – vor allem auf der Laufbahngeraden zur Löwentorstraße hin und dort speziell am Hang. Dieser rutscht immer mehr ab, sorgt für Risse in der Laufbahn – es herrscht Handlungsbedarf. „Diese Seite wird abgestützt und die in die Jahre gekommene Laufbahn erhält einen neuen Belag“, sagt Wolfgang Schüle, beim TBC Vorstand für Liegenschaften. Zusätzlich bleiben alle sechs Bahnen auf den Geraden für den 100-Meter-Sprint bestehen, in den Kurven und auf der Gegengeraden wird auf vier reduziert. Des Weiteren wird im Umlauf der Laufbahn eine Finnenbahn angelegt. „Diese besteht aus Rindenmulch, ist gelenkschonend und unter anderem für Freizeitgruppen geeignet“, weiß der TBC-Vorsitzende Stefan Conzelmann. Das ganze Stadion wird künftig mit einem zwei Meter hohen Zaun mit zwei Eingängen abgesperrt werden. „Wir haben häufig nachts ungebetene Gäste, die Party machen, viel Müll hinterlassen und zudem Lärmbelästigung für die Anwohner verursachen“, begründet Conzelmann den Entschluss. Für die genannten Maßnahmen sind im aktuellen Doppelhaushalt Kosten von 1,4 Millionen Euro „eingeplant und auch bereits genehmigt“. Die Umbauarbeiten sollen 2022 beginnen, so Schüle.

Zusätzlich wird der TBC auf einer Hälfte des Rasenplatzes ein Kleinspielfeld einrichten, damit die Leichtathleten und die Fußballer sich nicht ins Gehege kommen. Ein Ball auf der Laufbahn bei einem 100-m-Start kann fatale Folgen haben. Außerdem werden diverse Leichtathletikstationen wie Hochsprung- oder Kugelstoßanlage neu geplant, der Wassergraben für Hindernislauf – auch mangels Nachfrage – zugeschüttet und die beiden Weitsprunganlagen an der Geraden erhalten jeweils eine Sandfangrinne um den Graben herum, die „die Verschmutzung der Laufbahn vermindert“, weiß Wolfgang Schüle. Um Geräte für die Schulen und den Verein – hauptsächlich Leichtathleten – sowie zur Pflege des Platzes und der Anlage unterzubringen, sind zwei Garagen in Planung.

Darüber hinaus existieren noch einige Ideen, um den Verein für die Zukunft attraktiv und modern aufzustellen. Beispielsweise Hindernisse für die Sportart Parkour und Outdoorfitnessgeräte mit Slackline „möglicherweise auf der anderen, freien Platzhälfte“, so Conzelmann. Doch dafür werden zusätzliche Gelder benötigt, die noch nicht bewilligt sind. In dem Bundesförderprogramm für Sportstätten 2020/21 hat der TBC seine Vorhaben zwar eingereicht, wurde aber nicht berücksichtigt. Auf ein Neues heißt es nun für das Programm 2022/23. „Die Ideen sind schon fortgeschritten und wären schnell umsetzbar, sollten wir den Zuschlag bekommen beziehungsweise die Gelder bewilligt werden“, so Conzelmann.

Darüber hinaus soll die Anlage künftig auch hell erstrahlen – eine LED-Flutlichtanlage ist geplant. Conzelmann rechnet mit einem Eigenanteil von „bis zu 8000 Euro. Der Rest refinanziert sich durch verschiedene Zuschüsse, die kombiniert werden können.“

Somit scheinen die gebrauchten Jahre für den Rasenplatz plus Laufbahn des TBC bald Geschichte zu sein.