Vor einigen Wochen wurden mit einem riesigen Steiger die Schäden untersucht. Foto:  

Die Fassade der Kirche muss saniert werden. Im Innern sollen die Klos saniert und ein Behinderten-WC gebaut werden. Auch eine Teeküche ist in Planung.

Bad Cannstatt - Im nächsten Jahr feiert die Cannstatter Stadtkirche ihr 550-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig stehen einige Reparaturarbeiten und Veränderungen am aber auch im Gebäude an. Zunächst müssen die Nord-Ost-Fassade und der Turm saniert werden. „Der Sandstein ist in die Jahre gekommen, Umwelteinflüsse und Witterung haben Spuren hinterlassen“, sagt Dekan Eckart Schultz-Berg. Er rechnet mit Kosten in Höhe von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro.

Die Schäden an Fassade und Turm wurden bereits von Fachleuten ermittelt: Auf einer bestimmten Fläche wurde zunächst der Zustand des Sandsteins begutachtet und anschließend die dort vorhandenen Schäden auf die Gesamtfläche der Nord-Ost-Seite hochgerechnet. „Derzeit wird die Schadenssumme kartiert“, sagt Schultz-Berg. Wenn klar ist, wie viel Geld genau für die Sanierung benötigt wird, muss der Gesamtkirchengemeinderat über das Vorhaben abstimmen. Das könnte vielleicht schon im November dieses Jahres der Fall sein. Anschließend geht es an die Ausschreibung der Arbeiten.

Abhängig davon, wann über das Vorhaben entschieden wird und entsprechende Firmen für die Ausführung der Arbeiten gefunden werden, beginnen die Maßnahmen möglicherweise im nächsten Jahr. Vielleicht werde es aber auch 2022 werden, sagt Dekan Schultz-Berg. Denn wenn im nächsten Jahr das Jubiläum ansteht, wäre es wenig sinnvoll, wenn die Kirche zu den Feierlichkeiten eingerüstet wäre. Darüber, wann genau und wie das Jubiläum begangenen werden soll und kann, berät noch der Kirchengemeinderat. „Wir konnten coronabedingt nicht in gewohnter Form tagen, sondern nur eingeschränkt per Videokonferenz“, sagt Schultz-Berg.

Bei den Kosten hofft die evangelische Kirchengemeinde auf einen Zuschuss vom Kirchenkreis sowie der Landeskirche. „Wir würden uns auch wünschen, dass die Stadt Stuttgart unser Vorhaben finanziell unterstützt“, sagt Schultz-Berg. Zudem werden Spenden bei der Finanzierung ein wichtiger Faktor sein.

Die Sanierung ist jedoch nicht die einzige Baumaßnahme, die der Stadtkirche in den nächsten Jahren bevorsteht. Auch ein Umbau der Toiletten inklusive Behinderten-WC sowie die Verbesserung des barrierefreien Zugangs und eine Teeküche sind geplant. Denn die Kirche sei immer öfter auch Treffpunkt: Viele Kirchgänger, Gäste oder Besucher wollen zum Beispiel nach Hochzeiten noch bei einem Glas Sekt zusammenstehen oder nach dem Gottesdienst noch einen Kaffee gemeinsam trinken, beschreibt Schultz-Berg. Deshalb wäre es aus seiner Sicht sinnvoll, einen kleinen Raum mit Spülmaschine und vielleicht auch einem kleinen Herd zu haben. Die Stadtkirche sei zudem nicht nur für die Gemeindemitglieder ein wichtiger Ort, sondern insgesamt für die Cannstatter Bürgerschaft, sagt der Dekan mit Blick auf Konzerte und andere Veranstaltungen, die hier – vor Corona – regelmäßig stattgefunden haben.

Was die konkreten Pläne und Kosten für die letztgenannten Vorhaben anbelangt, kann noch keine Aussage getroffen werden. Die Verantwortlichen sind noch am Anfang, tauschen Ideen aus. Was genau wie umgebaut oder renoviert werden soll und kann – auch in Anbetracht des Denkmalschutzes – gilt es in nächster Zeit zu klären. Die Baumaßnahmen werden dann, auch wegen der Finanzierung, peu à peu umgesetzt.

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