In der Aspergstraße musste ein Gelenkbus der Linie 42 mit einem Spezial-Abscheppwagen der SSB wieder auf die Fahrbahn gezogen werden. Danach ging die Fahrt weiter. Foto: Sebastian Steegmüller

Am Mittwochabend musste die Aspergstraße gesperrt werden.

Stuttgart-Ost - Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Kombination mit viel Schnee haben am Mittwochabend Stuttgarts Straßen teils in spiegelglatte Eisflächen verwandelt. Die Bilanz der Polizei: Bis Donnerstagmorgen hat es rund 40 Mal gekracht, bei den meisten Unfällen handelte es sich um Blechschäden, glücklicherweise wurden dabei nur drei Menschen leicht verletzt.

Besonders rutschig ist es offenbar im Stuttgarter Osten gewesen. Dort kam der Betrieb der Buslinie 42 zwischen 18 und 20 Uhr zeitweise zum Erliegen. Zunächst verlor ein Busfahrer kurz nach der Haltestelle Gablenberg die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Gelenkbus schlitterte in der Aspergstraße am Kurvenausgang bergauf über beide Fahrspuren und landete schließlich mit der linken Seite auf dem Gehweg. Nichts ging mehr. „Hat sich ein Bus festgefahren, wird er in der Regel von einem Abschleppwagen aus der Situation befreit und kann dann weiterfahren“, sagt Birgit Kiefer, Sprecherin der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). So lief es auch am Mittwochabend ab. „Der 42er in Richtung Schlossplatz wurde ebenfalls mit betrieblichen Mitteln freigezogen.“

Ampel minimal berührt

Währen des Einsatzes sperrte die Polizei die untere Aspergstraße ab und regelte entsprechend den Verkehr. Wenig später mussten die Beamten jedoch auch oberhalb des Bereichs einem zweiten Busfahrer zu Hilfe eilen. Er bog mit seine Fahrzeug, das eigentlich nach Gablenberg unterwegs war, wegen der Umleitung an der Haltestelle Planckstraße links in die Schwarenbergstraße ab und kam auf der abschüssigen Strecke ebenfalls von der Fahrbahn ab. Mit dem Mittelstück rutschte der Gelenkbus auf den Gehweg und touchierte eine Ampel minimal. Bekanntlich sind aller guten Dinge drei, am Mittwochabend konnte SSB-Sprecherin Kiefer dieser Redewendung aber nicht zustimmen. Quasi zeitgleich blieb nämlich auch noch ein weiterer Bus – erneut der Linie 42 – in der Haußmannstraße im Schnee stecken. Dieses Mal war das knapp 20 Tonnen schwere Fahrzeug bergauf in Richtung Innenstadt unterwegs. Während die Bergung der Busse lief, rückten umgehend mehrere Streufahrzeuge in den Stuttgarter Osten aus, räumten die Hauptstraßen frei, sodass der Linienbetrieb nach und nach wieder aufgenommen werden konnte. „Aufgrund der Kälte und des Dauerschneefalls waren die Straßenverhältnisse am Mittwoch zeitweise nicht ideal“, sagt die Unternehmenssprecherin. Die Entscheidung, ob eine Strecke sicher befahren werden kann, würden die Fahrer nach Rücksprache mit der Leitstelle entscheiden. Sicher kein einfaches Unterfangen, solch einen Koloss bei Eis- und Schneeglätte in der Spur zu halten. Denn die Busse, die ganzjährig mit wintertauglichen Reifen unterwegs sind, werden über die Hinterachse angetrieben. „Dort lagert das größte Gewicht“, so Kiefer.

Straßenverhältnisse nicht ideal

Ab 3 Uhr wird geräumt

„Wichtig für einen reibungslosen Ablauf ist, dass die Straßen geräumt werden können.“ Die SSB habe sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag wieder ab 3 Uhr morgens eigene Räumfahrzeuge im Einsatz gehabt, um bedarfsweise nach Dringlichkeit Straßen freizuräumen.

Darüber hinaus mussten auch an den Haltestelle fleißig geschippt werden. Hierzu hat die SSB verschiedene Fremdfirmen beauftragt, die auf eigene Verantwortung räumen und auch über den Personaleinsatz entscheiden. Kaum Auswirkungen hatten die starken Schneefälle indes auf den Stadtbahnverkehr. „Die Züge haben grundsätzlich weniger Probleme mit dem winterlichen Wetter, betroffen waren am Mittwoch vor allem Buslinien. Es gab über den Tag verteilt Behinderungen, Störungen und Fahrtausfälle.“ Das Gute: Es kam offenbar zu keinen Schäden an den Fahrzeugen, verletzt wurde niemand.

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