Für das Asphaltieren der Fahrspuren werden große Maschinen eingesetzt. Foto: /Edgar Rehberger

Die Straßenarbeiten zwischen Leuzetunnel und Poststraße werden rechtzeitig zum Ende der Sommerferien fertig, der Kurztunnel zwischen Wilhelma und Schwanenplatztunnel jedoch erst im März 2021.

Bad Cannstatt - Seit fünf Wochen wird zwischen Leuzetunnel und Poststraße auf der B10/14 gearbeitet. Vom Schwanenplatztunnel kann daher nicht in Richtung Esslingen abgebogen werden. Der Verkehr wird über die Mercedesstraße umgeleitet. „Das geht nur in den Ferien, wenn das Verkehrsaufkommen niedriger ist“, sagt Claus Hauck, Tunnel- und Brückenfachmann beim Tiefbauamt. Die integrierte Verkehrsleitzentrale hatte das Verkehrsaufkommen im Blick. Lediglich zu Berufsverkehrszeiten kam es zu Rückstaus. An der Kreuzung König-Karl-Straße wurde die Busspur den Abbiegern als zweite Fahrspur zugeschlagen, was den Verkehrsfluss verbesserte. Es dauert immer ein paar Tage, bis sich die Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation eingestellt haben.

Sperrung bis Ferienende

Die Sperrung hat noch eine Woche Bestand. Die gute Nachricht: Die Arbeiten an den Fahrspuren werden fristgerecht zum Ende der Sommerferien beendet sein. „Wir liegen im Zeitplan“, beschreibt Hauck. Vorsorglich wurden ein paar Tage Puffer eingeplant. „Denn Asphaltieren ist witterungsabhängig“, erklärt Moritz Baumann von der Projektleitung Rosensteintunnel. „Da kann es immer passieren, dass es zu Verzögerungen kommt.“ In dem Fall passte alles. Die Arbeiten an den vier Fahrspuren auf der B 10/14 zwischen Leuzetunnel und Poststraße gehören zum Großprojekt Rosensteintunnel und Umbau des Verkehrsknotens B10/14-Verbindung.

Vier Fahrspuren erhielten in den Ferien auf einer Fläche von 5700 Quadratmetern einen neuen Belag. Dem Verkehr stand deshalb in der Zeit jeweils eine Spur stadtein- und -auswärts zur Verfügung. Wer regelmäßig auf der Strecke unterwegs war, konnte den Fortschritt beobachten. Das Problem in diesem Bereich: „Der Untergrund ist sehr weich“, so Baumann. Daher ist der Belag am Portal der drei Tunnelröhren statt 70 Zentimeter mit 1,56 Meter mehr als doppelt so dick. Dieser wird in mehreren Schichten aufgetragen. Im restlichen Verlauf bis zur Poststraße wird nur die obere Fahrschicht erneuert.

Untergrund erforscht

Zuvor jedoch standen Probebohrungen an, wurde zwei Monate lang der Untergrund erforscht. „Denn es war unklar, was drunter ist.“ Alte Leitungen vom benachbarten Wasserwerk bereiteten jedoch keine Probleme. In den ersten beiden Wochen wurde der alte Belag entfernt. Insgesamt 16 500 Kubikmeter Material wurde in den sechs Ferienwochen bewegt. Eine ordentliche Menge.

Während auf den breiten Fahrbahnen eine Maschine das Asphaltieren übernimmt, muss an engen Bereichen und rund um die Schächte händisch asphaltiert werden. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Vor allem, wenn auch noch die Außentemperaturen mehr als 30 Grad betragen. Die sechs Wochen Straßenbau bei fließendem Verkehr mitten in der Großstadt sei nicht alltäglich, beschreibt Baumann. Die beteiligten Firmen halten dies daher auch fotografisch fest.

Lärmschutz verbessert

Im Zuge der Arbeiten am Verkehrsknoten werden die Röhren im Kurvenverlauf etwas verlängert und überdeckelt, so dass auch der Lärmschutz für die Anwohner verbessert wird. Die Lautstärke in diesem Bereich ist doch erheblich. Mit dem Abschluss der Arbeiten zum Ferienende sind die Baumaßnahmen in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen. Dann geht es an die Fahrbahn an der Neckarseite. „Auch diese erhält einen neuen Belag“, erläutert Baumann. Da dann jedoch jeweils zwei Fahrspuren in jede Richtung zur Verfügung stehen, wird mit wenig Beeinträchtigungen gerechnet. Zeitgleich finden Leitungsbauarbeiten auf dem Neckarradweg zwischen Leuze und Gaisburger Brücke statt, erhält in dem Zusammenhang der Neckarradwegvom Berger Steg bis zur Kreuzung Poststraße einen neuen Belag und ist voraussichtlich bis zum Jahresende 2020 gesperrt. Die Umleitung des Radverkehrs ist ausgeschildert.

Röhren generalsaniert

Auf dem Plan steht noch sukzessive die Generalsanierung der zwei alten Röhren, die neue dritte Röhre wird nach dem Rohbau betriebstechnisch ausgestattet. Der Kurztunnel zwischen Wilhelma und Schwanenplatztunnel stadteinwärts wird nicht, wie ursprünglich geplant, zum Jahresende freigegeben, sondern erst im März kommenden Jahres. „Es wurden Kanalabschnitte entdeckt, die sanierungsbedürftig sind“, begründet Hauck die Verzögerungen. Die Kollegen der Stadtentwässerung hätten darum gebeten, dies gleich durchzuführen. „Das geht jetzt natürlich einfacher.“ Im kommenden Jahr wird dann auch der Rosensteintunnel für den Verkehr freigegeben. 2014 war mit dem Bau begonnen worden.

Für Fragen und Informationen zum Straßenbauprojekt Rosensteintunnel steht das Tiefbauamt am Bürgertelefon unter 216-80888 oder per E-Mail strassenbauprojekt.rosensteintunnel@stuttgart.de zur Verfügung. Weitere Informationen im Internet unter stuttgart.de/rosensteintunnel.

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