Die Coffee-to-go-Becher von Recup gibt es in mehreren Größen – allerdings sind sie bislang kaum in den Oberen Neckarvororten erhältlich. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Vier Monate nach dem Start des Pfandbechersystems für Heißgetränke gibt es in Stuttgart bereits 100 Recup-Ausgabestellen. In den Oberen Neckarvororten allerdings sind die Recyclingbecher kaum erhältlich.

Untertürkheim - I n gut 100 Cafés, Bäckereien und anderen Gastronomie-Betrieben in Stuttgart können Kaffeetrinker ihren Coffee-to-go im Mehrweg-Pfandbecher von Recup bestellen – und das nur vier Monate nach dem offiziellen Start des Pfandsystems in der Landeshauptstadt, freut man sich im Rathaus über einen gelungenen Start des Projektes. „Wir sind mit der bisherigen Entwicklung des Mehrweg-Pfandbechers sehr zufrieden“, sagt Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht. „Die Stuttgarter Betriebe sind spürbar daran interessiert, mit dem Mehrweg-Pfandbecher Müll zu vermeiden.“ Eine Sprecherin des Münchner Unternehmens sagt, einen so gelungenen Start habe das Konzept vorher noch in keiner anderen Stadt hingelegt – deutschlandweit arbeitet Recup mit mehr als 30 Kommunen zusammen, das Kreislaufsystem funktioniert inzwischen schon in über 5000 Recup-Partnershops.

Vermüllung Einhalt gebieten

Mit dem Pfandbecher will die Landeshauptstadt der Vermüllung Einhalt gebieten: Schätzungen zufolge fallen allein in Stuttgart täglich rund 80 000 Einwegbecher an. Nachdem der Gemeinderat im Zuge des Konzepts „Sauberes Stuttgart“ rund 107 000 Euro für das Projekt bewilligt hatte, initiierte die städtische Abteilung Wirtschaftsförderung ein wettbewerbliches Auswahlverfahren, um nach einem Betreiber des Pfandsystems zu suchen. Die Firma Recup hatte sich mit ihrem Konzept schließlich gegen die Mitbewerber durchgesetzt und ist im vergangenen Oktober gestartet.

Im DB Store am Bahnhof vertreten

Die Zahl der Recup-Partnerbetriebe in Stuttgart wächst seither von Woche zu Woche – in den Oberen Neckarvororten allerdings ist das System kaum vertreten. Bislang gibt es lediglich eine Ausgabestelle in Untertürkheim: den DB Store am Bahnhof. Wer seinen Kaffee unterwegs trinken möchte, kann hier das Heißgetränk in einem der aus vollständig recycelbarem Polypropylen bestehenden Becher bestellen und hinterlegt dafür einen Euro Pfand. Ist der Kaffee ausgetrunken, gibt’s den Euro gegen den leeren Becher zurück. Dieser wird gereinigt und anschließend wieder eingesetzt.

„Wir wollen niemanden zwingen“

Die Ausgabestellen in Stuttgart konzentrieren sich bislang vor allem auf den Innenstadtbereich, wie die Übersichtskarte zeigt. Die Außenbezirke sind dagegen außen vor. Zwar betont eine Sprecherin der Münchner Recup GmbH, das erklärte Ziel des Unternehmens sei, „in und um Stuttgart ein flächendeckendes Pfandnetz zu spinnen“. In den Postleitzahlgebieten 70327 und 70329 habe man allerdings noch so gut wie keine Partner. Was jedoch nicht bedeute, dass das auch so bleiben werde. „Generell ist es so, dass viele interessierte Gastronomen auf uns zukommen und wir auch mit vielen im persönlichen Austausch sind.“ Letztendlich aber entscheide jeder Kaffeeanbieter selbst, ob er tatsächlich Teil des Pfandsystems werden wolle. „Wir wollen niemanden zwingen.“

Jeder kann Partner werden

Grundsätzlich könne jeder, der Coffee-to-go anbiete, Recup-Partner werden, sofern er über eine eigene Spülmöglichkeit verfüge. Da vor allem kleinere Geschäfte, Kioske zum Beispiel, so etwas häufig jedoch nicht haben, wird an einer Lösung gearbeitet: Als nächstes will die Stadt gemeinsam mit der Firma die Möglichkeiten zur Einführung von Becherrückgabe-Automaten und eine zentrale Transport- und Spüllogistik prüfen.

Die Recup-Ausgabestellen in Stuttgart sind online unter www.stuttgart-machts-rein.de/pfandbecher zu finden.

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