Trotz aller Fährnisse: Immer mehr Menschen fahren in Stuttgart Rad. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Radverkehr wächst rasant – die Infrastruktur hinkt hinterher. Trotz aller Anstrengungen, der Weg zur fahrradfreundlichen Stadt ist noch weit, meint Frank Rothfuß.

Stuttgart - Gut Ding will Weile haben. Das gilt in Stuttgart insbesondere für den Radverkehr. Trio sangen „Da Da Da“, die Helmuts, Schmidt und Kohl, wechselten sich als Kanzler ab, Romy Schneider starb – und in Stuttgart stritt man erstmals über einen Radweg quer durch die Stadt von Vaihingen nach Fellbach. 31 Jahre später war die sogenannte Hauptradroute 1 fertig. An den anderen Hauptradrouten bastelt die Stadt heute noch. Das Erbe der Vergangenheit wiegt schwer. Arnulf Klett war Porsche-Fahrer. Und der Stuttgarter OB sorgte persönlich für freie Fahrt. Im Verbund mit Baubürgermeister Walter Hoss schlug er Straßenschneisen in die Stadt. Die Hohe Carlsschule, das Kaufhaus Schocken, das Kronprinzenpalais, die Salucci-Reithalle hatten den Krieg überstanden, fielen aber der Bauwut zum Opfer. Beim Neuen Schloss griffen die Bürger gerade noch den Straßenbauern in die Arme. Sage und schreibe ein Viertel der Innenstadt sollte Parkplatz werden, so wünschte man sich das Ende der 50er Jahre im Rathaus. An diesen Sünden der Stadtplaner trägt die Stadt noch heute.

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