Zeltlager im Inland sollen diesen Sommer möglich sein. Foto: Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Ab dem 1. Juli sollen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Ferien- und Zeltlager mit Übernachtungen erlaubt werden. Das kündigte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) an.

Stuttgart - In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 sollen im Sommer Ferien- und Zeltlager für Kinder und Jugendliche möglich sein. Das kündigte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) während einer Landtagsdebatte am Mittwoch an. Derzeit arbeite man an einer entsprechenden Corona-Verordnung, die solche Angebote ab 1. Juli möglich machen soll und verschiedene Stufen vorsieht.

So sollen in Stadt- und Landkreisen mit einer Inzidenz von unter 35 je nach Dauer des Angebots 120 bis 240 Teilnehmer erlaubt werden, sofern diese getestet, geimpft oder genesen sind, sagte Lucha. „Bei einer Inzidenz unter zehn, die ja realistisch ist, werden wir Angebote für 360 Beteiligte ermöglichen“, so der Minister. Dauere das Angebot länger als fünf Tage, könnten mehr Menschen teilnehmen. Mit dieser Ankündigung wolle man den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit Planungssicherheit für den Sommer geben, die diese zuletzt gefordert hatten.

Für Freizeiten im Ausland dämpft das Ministerium hingegen die Erwartungen. In einem Schreiben von Anfang Juni an die Dachorganisationen der Jugendverbände, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es, Freizeiten außerhalb Deutschlands würden rechtliche Fragen aufwerfen, etwa, wenn Minderjährige dort erkranken. „Vor diesem Hintergrund gehen unserer Überlegungen dahin, Maßnahmen im Ausland für die Sommerferien zu untersagen“, heißt es.

Kursleiterseminare ab Mitte Juni möglich

Bereits ab Mitte Juni soll es den Trägern hingegen in Kreisen mit einer Inzidenz unter 100 gestattet werden, Seminare zur Qualifizierung und Weiterbildung Ehrenamtlicher in der Kinder- und Jugendarbeit mit Übernachtung anzubieten. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion an das Sozialministerium zu den Perspektiven für die Sommerferien hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Diese Seminare seien „für die Organisation von Ferienangeboten von besonderer Bedeutung“, heißt es.

Der FDP gehen diese Ankündigungen allerdings nicht weit genug. Von Planungssicherheit für die Träger könne keine Rede sein, sagte Dennis Birnstock, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion unserer Zeitung. Verbindliche Aussagen über die Modalitäten für solche Freizeiten bliebe das Ministerium schuldig. Verwirrend seien außerdem die Aussagen zu Testungen in den Ferienlagern. In der Antwort auf die FDP-Anfrage schreibt das Ministerium, dass die Teilnehmer und Betreuer Bürgertests in Anspruch nehmen könnten.

In dem Schreiben an die Träger empfiehlt das Ministerium, hingegen, dass die Teilnehmer einen Testnachweis bringen müssen. Sollten die Veranstalter selbst Tests vor Ort organisieren, würden diese weder vom Bund noch vom Land übernommen. Sowohl die FDP als auch die Träger fordern hingegen eine solche Kostenübernahme.

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