Hund oder Katze: Was soll’s sein? Foto: Adobe/Carola Schubbel

Die ewige Glaubensfrage: Hund oder Katze? Katzen sind der Deutschen liebstes Haustier – dicht gefolgt vom Hund. Zum Welthundetag streiten zwei Redakteure darüber, welches Tier seine Besitzer glücklicher macht.

Stuttgart - Sie bellen, sie haaren, sie beißen (manchmal) und ihre Besitzer lassen oft einfach die Hinterlassenschaften liegen – Es soll tatsächlich Menschen geben, die Hunde nicht leiden können. Selbst zum Welthundetag an diesem Samstag sind die Meinungen zwiegespalten bei uns in der Redaktion. Einer sagt: „Wer noch etwas vom Leben erwartet, schafft sich einen Hund an“. Der andere: „Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.“

Pro Hund: Von den Besten lernen

„Wir haben Hunde nicht verdient“, sagte der britische Comedian Ricky Gervais. Er meinte Menschen, und er hat nicht mal gelacht. Denn Liebe, Empathie, Loyalität, und das Zeug sind ernsthafte Angelegenheiten. Hunde wissen das.

Hunde lieben andere mehr als sich selbst. Verlässt ihr Mensch das Haus ohne sie, dann zergehen sie vor Angst und Sorge. Das einzig Positive an diesem Drama: das Heimkommen. Hunde flippen dann mehr aus als Teenager 1963 bei den Beatles. Natürlich sind Hunde auch ein bisschen doof, niemand würde sich einen zum Schachspielen einladen. Sie sind zum Beispiel unfähig, Toiletten sachgemäß zu benutzen. Deshalb müssen ihre Menschen mehrmals täglich mit ihnen an die frische Luft – ob Hitze, Schnee, Sprühregen von schräg links, ob verkatert, krank, faul oder Elfmeterschießen. In dieser Hinsicht kann man viel von Hunden lernen, und sei’s nur, die eigenen Befindlichkeiten nicht so furchtbar wichtig zu nehmen. Lieber mal dem Hund aus heiterem Himmel den Bauch rubbeln. Genau dafür hat man uns damals mit zwei Händen ausgestattet.

Richtig verstehen werden wir Hunde nie, denn deren moralischer Kompass ist bar jeder menschlichen Vorstellungskraft und Vernunft. Wer die Sache mit der Liebe und der Seele nicht versteht, der Hund hat das längst getan … und dieser obdachlose Mann, der damals im Winter nicht in einer warmen Unterkunft schlafen wollte, weil er seinen Hund nicht hätte mitnehmen dürfen. (setz)

Pro Katze: Vier Kilo Gemütlichkeit

Was Glück bedeutet? Ein knisterndes Feuer im Kamin oder Fernseher – und eine schnurrende Katze auf der Couch. Vier Kilogramm geballte Gemütlichkeit. Ein Anblick, der jeden Ärger vergessen lässt und Stress förmlich aufsaugt. Yoga-Stunden können sich Katzenbesitzer getrost sparen, mehr Entspannung als ein schlafender Stubentiger geht schlicht nicht. Wer Glück hat, teilt sein Heim mit einer verspielten Katze: Andere sehen fern, wir schauen der Katze beim Toben zu. Anschließend geht sie aufs Klo – und zwar völlig selbstständig.

Trotz ihrer demonstrativ zur Schau gestellten Unabhängigkeit hängen Katzen nicht weniger an ihren Besitzern als Hunde, spenden Trost, wenn der Kummer groß ist, sind immer da, wenn sich Frauchen oder Herrchen alleine und verloren fühlen, geben Liebe, Wärme und Geborgenheit. Doch Katzen bereichern ein Leben nicht nur, sie verlängern es auch: Studien haben ergeben, dass Katzenbesitzer deutlich seltener an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall sterben. Ein Effekt, der die tote Maus auf dem Perserteppich verschmerzen lässt. Auch der Verdacht, dass Katzen ihre Besitzer respektive Dienerschaft nur als Dosenöffner betrachten, ist längst widerlegt. Kurz: Ein Heim ohne Katze ist letztlich nur ein Haus. Daran ändert auch ein Hund nichts.

Oder um es mit den Worten des italienischen Humanisten Francesco Petrarca zu sagen: „Die Menschheit läßt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte.“ (smr)

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