David Müller in Koltès’ „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ Foto: Björn Klein/Björn Klein

Außenseiter auf der Bühne: So interpretiert der Schauspieler David Müller Bernard-Marie Koltès’ berühmten Monolog „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ im Stuttgarter Kammertheater.

Stuttgart - Aus dem Dunkel schält sich eine abgerissene Type heraus, zwar im Anzug, aber barfüßig, und dann der starre Blick, das eigentümliche Lächeln. Er spricht einen an, man weiß nicht recht, ist man selbst gemeint oder ein sogenannter „Kamerad“, den er immer wieder erwähnt. Dies ist der Auftakt zu einer Suada, die gut eine Stunde lange dauern wird, eine Stunde, in der dieser Mensch alles von sich geben wird, auch im wörtlichen Sinn. Er wird sich den Anzugärmel abreißen, sich aus seinen Klamotten schälen, wird die Welt beschimpfen, von einer besseren träumen, wird von Sex auf einer Brücke sprechen, von „Nutten“, von „Rattenjägern“, „organisierten Oberfickern“, von dunklen Vierteln und prügelnden Männern.

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