In der Kleinkindbetreuung sind viele Kinderpflegerinnen im Einsatz. Auch sie sollen immer öfter von einer Ausbildungsvergütung profitieren. Foto: imago images/Ute Grabowsky

Die praxisintegrierte Ausbildung ist bei Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen begehrt. Stuttgart schafft deshalb weitere 20 Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und 20 für Kinderpflegerinnen. Auch die freien Träger werden dabei unterstützt. Die Stadt kostet das in diesem Jahr rund 185 000 Euro.

Stuttgart - Seit 2012 gibt es die Praxisintegrierte Ausbildung (Pia) für Erzieherinnen. Insbesondere die Ausbildungsvergütung, die bezahlt wird, macht sie für Bewerberinnen attraktiv. So attraktiv, dass Stuttgart jetzt erneut 20 neue Plätze schafft und damit deren Gesamtzahl auf 270 Plätze erhöht, verteilt über alle drei Ausbildungsjahre. Auch die 15 Pia-Ausbildungsplätze für Kinderpflegerinnen, die es seit 2020 in Stuttgart gibt, sollen um 20 Stellen aufgestockt werden. Zugleich will die Verwaltung den Stellenausbau für beide Berufsgruppen auch bei den freien Trägern finanziell unterstützen.

Für Träger ein „Erfolgsmodell“

Seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die räumlichen Kapazitäten sind über die vergangenen Jahre kräftig ausgebaut worden, allerdings ist der Fachkräftemangel in Kitas unverändert hoch. Eine Pia-Stelle ist mit einer Ausbildungsvergütung, mit vermögenswirksamen Leistungen und einer Jahressonderzahlung ausgestattet. Steigende Bewerberzahlen sowie eine Übernahmequote von 80 Prozent sind laut Referat Jugend und Bildung „ein Beleg dafür, dass die neue Ausbildungsform ein Erfolgsmodell ist“. Man habe auch neue Zielgruppen gewinnen können wie beispielsweise Abiturienten, Studienabbrecher oder männliche Quereinsteiger. Ähnlich erfolgreich sei das Pia-Angebot für Hauptschulabgänger und Quereinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung für den Bereich der Kinderpflege. Die Aufstockung der Pia-Ausbildungsplätze Für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen kostet bei der Stadt im laufenden Jahr zusätzlich rund 40 000 Euro, bei den freien Trägern geschätzt rund 145 000 Euro. Im Jahr 2022 ist laut Vorlage mit 470 000 Euro, im Jahr 2023 mit 932 000 Euro und im Jahr 2024 mit 700 000 Euro zu rechnen.

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