Volker Zeh wollte Präsident des VfB Stuttgart werden – geht er noch mal ins Rennen? Foto: imago/Roland Mühlanger

Zahlreiche Unterstützer von Volker Zeh haben mit einem offenen Brief auf die Nichtnominierung des Unternehmers für die Wahl zum Präsidenten des VfB Stuttgart reagiert. Allerdings wird das Bewerberverfahren ohnehin neu aufgerollt.

Stuttgart - „Wir sind über diese undemokratische Herangehensweise des verbliebenen VfB-Beirats empört.“ So steht es in einem offenen Brief, den 18 teils prominente Unterstützer von Volker Zeh geschrieben und am Sonntagabend publik gemacht haben. Sie prangern damit die Entscheidung des Vereinsbeirats an, nur Amtsinhaber Claus Vogt für die kommende Wahl zum Präsidenten des VfB Stuttgart zu nominieren.

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Dessen erneute Chance sei zwar „zweifellos richtig“, es sei aber „absolut falsch“ gewesen, Zeh nicht als Gegenkandidat aufzustellen. Ihn „ohne jede Begründung aussortiert“ zu haben, sei „ein unhaltbarer Vorgang“. Der Vereinsbeirat des VfB hatte am 14. Februar entschieden, lediglich Claus Vogt als Kandidat aufzustellen. Allerdings hat sich diese Entscheidung längst überholt – wie im Grunde auch der Brief der Zeh-Unterstützer.

Das Bewerberrennen wird neu gestartet

Am 17. Februar nämlich hat Vogt bekannt gegeben, dass die nachzuholende Mitgliederversammlung von 2020 nicht am 28. März stattfinden, sondern mit der Versammlung von 2021 zusammengelegt wird. Diese Kombi-Veranstaltung, auf der der VfB-Präsident für vier Jahre gewählt wird, soll im Juni oder Juli stattfinden. Und: Das bisherige Auswahlverfahren für die Kandidaten verliert damit seine Gültigkeit.

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„Diese Präsidiumsentscheidung hat weiter zur Folge, dass die Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die dann zu wählenden Gremienmitglieder im Präsidium sowie im Vereinsbeirat komplett neu aufgesetzt werden müssen und bereits getroffene Nominierungen damit hinfällig sind“, hieß es in einer Erklärung des VfB. Bedeutet: Es wird eine neue Frist für Bewerber geben. Auch Volker Zeh kann also erneut ins Rennen gehen.

Auch die Konstellation im Vereinsbeirat hat sich seitdem verändert. Nach zwei Rücktritten zählt er nur noch sechs Mitglieder, der bisherige Vorsitzende Wolf-Dietrich Erhard lässt sein Amt ruhen.

Auch Zvonimir Soldo hat unterschrieben

„Wir, die Unterzeichner dieses Schreibens, sind davon überzeugt, dass Herr Zeh die besten Voraussetzungen mitbringt, als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden“, heißt es in dem offenen Brief pro Volker Zeh. Man erwarte, „dass der Beirat diese Fehlentscheidung überdenkt“. Die Behauptung, Volker Zeh sei „nicht mehrheitsfähig“, greife in unzulässiger Weise in einen demokratischen Vereinsprozess ein. Die Unterstützer sehen darin eine „anmaßende Haltung“.

Unterschrieben ist der Brief unter anderem vom früheren VfB-Kapitän Zvonimir Soldo, vom Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger, vom früheren Südwestbank-Vorstandschef Wolfgang Kuhn, vom Motorsportler Markus Winkelhock, vom Gastronomen Axel Schmieg und von Andreas Waldner, dem Sohn der VfB-Legende Erwin Waldner.

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