Cameron Jackson ist bereit für den Neustart. Foto: Pressefoto Baumann

Nach dem Fußball kann auch die Basketball-Bundesliga fortsetzen, wenn auch nur in Turnierform. Zehn Clubs spielen im Juni in München den Meister aus – darunter die MHP Riesen Ludwigsburg.

München/Ludwigsburg - Der Fußball hat es vorgemacht, nun ziehen die Basketballer nach: Am Dienstag kam das sehnlichst erhoffte Plazet aus der Politik – in diesem Fall aus München. „Es ist ein sehr überzeugendes Hygienekonzept. Deshalb konnte man bei der aktuellen positiven Entwicklung mit Überzeugung Ja sagen“, erklärte Staatsminister Florian Herrmann als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei nach einer Sitzung des Ministerrats.

Dem geplanten Final-Turnier, für dessen Austragung zwischen dem 6. und 28. Juni im Münchner Audi Dome der deutsche Meister Bayern München hat seine Heimspielstätte kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, steht also nichts mehr im Wege. Zehn Mannschaften treten in zwei Fünfer-Gruppen an – darunter auch den MHP Riesen Ludwigsburg, deren deutsche Spieler bereits das Training aufgenommen haben.

Lesen Sie auch: Warum die Riesen so gut gestartet sind

Spannend wird nun sein, wer von den sieben US-Profis zurückkehrt. Eingetroffen sind bereits Center Cameron Jackson (Samstag) sowie Thomas Wimbush (Dienstag), zudem werden Marcos Knight und auch Nick-Weiler Babb in den nächsten ein, zwei Tagen erwartet, nachdem die Liga nun definitiv fortgesetzt wird. Jaleen Smith und Tanner Leissner hatten sich die Entscheidung ebenso offen gelassen wie Top-Scorer Khadeen Carrington, dessen Chancen auf ein Comeback wohl am geringsten sind.

Die wichtige Spielmacherrolle wäre damit eine mögliche Position, auf der die Riesen nochmals eine der beiden möglichen Nachverpflichtungen tätigen. „Wir wollen auf jeden Fall mit einer wettbewerbsfähigen Mannschaft antreten“, betont der Ludwigsburger Vorsitzende Alexander Reil. Schließlich rangierte die Mannschaft zum Zeitpunkt des Abbruch auf einem fast schon sensationellen zweiten Platz hinter Bayern München.

Doch die bis dahin gesammelten Punkte sind Makulatur, dafür kann sich John Patricks Team nichts mehr kaufen. Es geht wieder bei null los. Mit vier Gruppenspielen, im schlechtesten Fall den beiden Platzierungsspielen um Rang neun, oder umgekehrt dann eben dem Viertel- und Halbfinale oder gar Endspiel – ausgetragen jeweils mit zwei Partien, wobei geplant ist, dass jedes Team alle zwei Tage (Anwurf 16 und 21 Uhr) im Einsatz ist.

Eine gutes Platzierung in München wäre für die Ludwigsburger auch insofern wichtig, weil die Abschlusstabelle letztendlich als Qualifikation für einen der europäischen Wettbewerbe dienen soll, sofern diese nächste Saison ausgetragen werden. Das ist aktuell noch unklar, weil zum Beispiel die Champions League (an der die Riesen zuletzt teilgenommen hatten), ihr Final-Turnier 2019/20 auf Ende September verschoben hat.

Lesen Sie auch: Basketballer wollen sich keinen Korb holen

Zunächst einmal sollen bis zum Wochenende alle teilnehmenden Spieler in Ludwigsburg eingetroffen sein, um noch rechtzeitig zwei Wochen Vorbereitung zu haben. Dabei müssen die ausländischen Profis erst einmal in häusliche Quarantäne, können aber am Trainingsbetrieb teilnehmen, sofern ihre Tests auf das Coronavirus, die zweimal wöchentlich vorgenommen werden sollen, negativ ausfallen.

Klar ist zudem, dass sich Riesen-Coach John Patrick umgesehen hat, um auf mögliche Nachverpflichtungen reagieren zu können. Inwiefern diese Kandidaten eine Perspektive über die Saison hinaus haben müssen, lässt Reil offen: „Zunächst einmal geht es um das Turnier in München.“

Für das die Bayern als Titelverteidiger durchaus in einer Favoritenrolle sind, auch wenn der Heimvorteil angesichts der fehlenden Zuschauer nicht allzu sehr ins Gewicht fallen dürfte. Als härtester Rivale gilt wie in der Vergangenheit Alba Berlin, das auf seinen kompletten Kader der bisherigen Saison bauen kann – was nach der langen Spielpause sicher kein Nachteil ist.

Reil betont in seiner Doppel-Funktion als BBL-Präsident, dass es nicht nur um einen „Geister-Meister“ geht: „Die Fortsetzung ermöglicht uns, in der schwierigen Zeit dennoch einen würdigen deutschen Meister zu küren, und den Fans, zumindest im Wohnzimmer ihre Teams zu verfolgen.“ MagentaSport überträgt alle Partien live.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: