Noch ruht der Ball. Doch die Fußballer in Stuttgart haben die Hoffnung nicht aufgegeben, die Runde fertig spielen zu können.Die Bälle landen weder im noch auf dem Tor – unter anderem im Bereich des Handballverbandes WürttembergDie Bälle landen weder im noch auf dem Tor – unter anderem im Bereich des Handballverbandes Württemberg Foto: Janey Schumacher/Uwe Anspach

Damit eine Einfachrunde möglich ist, muss der Fußball-Spielbetrieb spätestens am 9. Mai wieder starten.

Bad Cannstatt - Wann wird der Sportbetrieb wieder aufgenommen? Diese Frage steht weiterhin im Raum. Einen erneuten Aufschub mussten die Sporttreibenden und -Vereine am Mittwoch hinnehmen, nachdem die Ministerpräsidenten in der gemeinsamen Konferenz den Lockdown bis 7. März verlängert haben. Ob es an diesem Datum im März dann zu Lockerungen kommt beziehungsweise wenn ja, in welcher Form Sporttreiben wieder möglich sein könnte, bleibt abzuwarten. Den verschiedenen Sportfachverbänden wird weiterhin Flexibilität abverlangt, erneute Planungen und Szenarien sind notwendig. In einigen Sportarten sind aber auch schon Entscheidungen über die weitere Saisonplanung gefallen.

Beim Handball wurden aufgrund der jüngsten Ergebnisse aus dem Bund-Länder-Treffen nun endgültig die Tornetze abgehängt, die Saison für beendet erklärt. Dazu haben sich die drei Verbände in Baden-Württemberg (HVW, SHV, BHV) und HBW (für die Baden-Württemberg-Oberliga) durchgerungen. Die Spielrunde 2020/2021, die im Oktober gestartet wurde, wird nicht gewertet Das bedeutet aber auch: „In den Ligen der drei Verbände gibt es keine sportlichen Auf- oder Absteiger“, ist im Internet auf der Seite des HVW zu lesen. „Uns ist schlichtweg die Zeit davon gelaufen“, begründet HVW-Verbandsmanager Thomas Dieterich den Abbruch, es würden Termine fehlen, um wenigstens eine Einfachrunde über die Bühne zu bringen. Die Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs hätte dafür am 14. März erfolgen müssen, so Dieterich. Doch für den Ernstfall wäre auch eine Vorbereitungszeit notwendig gewesen. Die Handballer hatten sich vor Monaten auf drei Wochen geeignet. Soll heißen: Die Hallen hätten bereits am 22. Februar zum Training wieder freigegeben werden müssen, was Corona zu verhindern wusste.

Die Beschlussfassung bedeute nun eine Planungssicherheit für die Vereine, damit „wir im Herbst 2021/22 hoffentlich wieder eine normale Runde beginnen können“. Jedoch hieße das nicht, dass die Handbälle bis zum Wiederstart im Schrank bleiben sollen. „Freundschaftsspiele, Turnier oder auch das Spielen auf Tartanplätzen im Freien sind denkbar. Je nachdem, was die Pandemielage zulässt.“

Derweil ist das Thema Jugendspielbetrieb beziehungsweise Qualifikation für die Spielzeit 2021/22 noch nicht vom Tisch. „Fast ein Jahr lang wurde bei der Jugend nicht aufs Tor geworfen. Aus diesem Grund versuchen wir, eine Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Jugendspielbetriebs zu finden.“ Konkret sei noch nichts, der Modus abhängig vom Pandemieverlauf beziehungsweise den Entscheidungen der Politik. Je nachdem, wie viel Zeit bliebe, sei eine Qualifikation im Mai, Juni und Juli, aber auch eine verkürzte Variante denkbar.

Weiterhin völlig offen ist, wann der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Amateurfußball wieder möglich sein wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber Fakt, dass eine normale Saison mit Hin- und Rückrunde ebenso unmöglich geworden ist, wie eine Einfachrunde mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde. Denkbar ist nur noch das Fertigspielen der im September begonnenen Hinrunde im Modus jeder gegen jeden – mit Quotientenregel und anschließender Auf- und Abstiegsrelegation. Für dieses Szenario wäre noch etwas Spielraum. Dafür müsste der seit 29. Oktober 2020 ausgesetzte Spielbetrieb spätestens am 9. Mai wieder aufgenommen werden. Dem vorgelagert ist eine Vorbereitungsphase von rund drei Wochen. Sollte die Politik das Rollen des Balles erst nach dem 9. Mai wieder zulassen, dann würde die Spielzeit annulliert werden. Der WFV holt sich derzeit die Meinungen der Vereine ein, eine Beschlussfassung zum weiteren Vorgehen soll am 19. Februar getroffen werden. Eine Zustimmung des vorgeschlagenen Szenarios gilt als höchst wahrscheinlich. Michael Spörer, der Vorsitzende des Fußballbezirks Stuttgart, sieht es nüchtern: „Die Vereinsvertreter sind ja auch nicht blöd. Auch sie sehen die Situation.“ Spörer findet es gut, „dass nun ein Datum hinterlegt ist und ein jeder zumindest von daher Planungssicherheit hat“.

Profisport ist in Corona-Zeiten erlaubt. Da Deutschland im Wasserball international auf Wettkämpfen wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen vertreten ist, zählen auch die Zweitliga-Wasserballer des SV Cannstatt zu der Kategorie Profisportler. Dies, obwohl jeder für seinen Unterhalt arbeiten muss. Dementsprechend durfte das Team von Trainer Andras Feher in den vergangenen Wochen auch trainieren. Einfach sei das dennoch nicht gewesen, die Sperrstunde um 20 Uhr musste eingehalten werden. Zwar ist diese aufgehoben, aber die Trainingsstätten Inselbad und das vereinseigene Mombach-Bad schließen „weiterhin um 19.30 Uhr ihre Türen“, weiß Feher. Der Trainingsbeginn um 17.30 Uhr erweise sich weiterhin als schwierig, die Spieler seien ja anders als per Definition eben keine Profis, sondern berufstätig. Wie es mit dem Ligenbetrieb weitergehe, sei noch ungewiss. Trotz „Profiliga“ wurde in der 2. Liga noch nicht gespielt. Nicht überall waren die Bäder geöffnet, weiß Feher. Angepeilter Start sei „irgendwann im Mai“. Mit welchem Modus und, ob eine Verlängerung der Runde über den Sommer hinaus möglich wäre, sei noch ungewiss.

Die Pläne im Tischtennis wurden durch die Verlängerung des Lockdowns einmal mehr über den Haufen geworfen. Ein Punktspielstart Mitte März wurde angepeilt, um die Saison noch mit einer Einfachrunde plus Auf- und Abstiegsspielen über die Bühne zu bringen. Dieses Szenario steht nun auch mächtig auf der Kippe. Gestern Abend trafen sich die Gremien im baden-württembergischen Verband (TTBW) und bewerteten die neue Lage (Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor). Zur Debatte stand unter anderem auch „ein sofortiger Abbruch“, sagte Thomas Walter, Geschäftsführer des Verbands Tischtennis Baden-Württemberg. Außerdem eine weitere Unterbrechung bis 21. März und parallel eine Entscheidung am 8. März, ob abgebrochen wird. Dazu würden dann die Vereine auch befragt werden, so Walter weiter.

Die Hallenrunde wurde abgesagt, an den Planungen für die Freiluft-Saison hat sich aufgrund des erneuten Lockdowns bislang kaum was geändert. Diese zieht sich über zwei Spielzeiten. Aufgrund des ersten Sportstopps während des Lockdowns im März 2020 – zu diesem Zeitpunkt waren erst wenige Partien der Spielzeit 2019/20 absolviert – wurde die vergangene Runde mit der von 2020/21 zusammengefasst, der Spielbetrieb im September wieder aufgenommen. Nach der Winterpause soll die Saison – unter anderem für die Oberliga-Frauen und -Männer des VfB Stuttgart – irgendwann im April fortgeführt werden.

Die Winterhallenrunde wurde abgesagt. Für die Mannschaftssaison im Freien plant der Württembergische Tennis-Bund weiterhin einen Start nach Pfingsten. Dringender sei allerdings, „dass bald wieder ein normaler Trainingsbetrieb auf den Anlagen möglich ist“, sagt Tobias Beuttler, Bereichsleiter Sport im Landesverband.

Sebastian Boschert, Vizepräsident im baden-württembergischen Landesverband, sagt: „Wir haben aktuell zwei mögliche Szenarien ausgearbeitet, nach denen wir unsere Saison nach Ostern oder sogar noch Mitte Mai wieder aufnehmen und zu Ende bringen können.“ Ein Abbruch sei zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema.

Der nationale und die regionalen Verbände planen weiterhin, die Saison 2021 bei Jugend, Frauen und Aktiven im Mai und Juni aufzunehmen und bis in den Oktober zu spielen. Durch die neuesten Beschlüsse der Bundesregierung ergibt sich vorerst keine neue Situation.

Seit vergangener Woche ist der Spielbetrieb
in den württembergischen Ligen abgebrochen und annulliert worden.

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