Links sind die Wohngebäude der Foto: Nagel - Nagel

Der Gemeinderat hat zugestimmt, das 3000 Quadratmeter große Areal an Projektentwickler PlanQuadrat zu verkaufen. Nun geht die Mietersuche los.

Stuttgart-OstDie Verwirklichung eines Gesundheitscampus am Mineralbad Berg ist einen großen Schritt näher gerückt. Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf des knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstücks an den Cannstatter Projektentwickler PlanQuadrat zu, der vor drei Jahren den Investorenwettbewerb gewonnen hatte. „Wir freuen uns, dass wir nun mit der Akquise der künftigen Mieter loslegen können“, sagt Hans Klement, geschäftsführender Gesellschafter. Neben dem Mineralbad Berg soll ab 2020 ein innovativer Gesundheitscampus entstehen.

Das Grundstück liegt zwischen dem Mineralbad Berg und dem fast fertiggestellten neuen Wohnquartier am Schwanenplatz. Die Stadt Stuttgart hatte 2016 einen Investorenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem der Projektentwickler PlanQuadrat überzeugen konnte. In die Planungen flossen auch die Ideen und Wünsche des Vereins Berger Bürger ein, der sich seit Jahren für einen Gesundheitscampus stark macht. Desweiteren sind Experten aus Medizin und Wissenschaft an den Planungen beteiligt.

Die Entwürfe des Architekturbüros blocher partners sehen drei Gebäudeteile vor, die miteinander verbunden sind und gleichzeitig Raum für hochwertige Freiflächen lassen. Hier können sich die Menschen, die die Angebote des Gesundheitscampus nutzen, aufhalten und begegnen, finden aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Zum Mineralbad Berg wird es eine direkte Verbindung im Obergeschoss geben.

Mehr als nur ein Ärztehaus

Geplant ist ein Kompetenzzentrum, das innovativste Diagnostik und modernste, wissenschaftlich basierte Vorsorge sowie Therapieelemente in einen sozialen Kontext bringt. „Der Gesundheitscampus ist weit mehr als ein Ärztehaus“, betont Klement. Ein Schwerpunkt wird die Prävention sein, insbesondere bei den Themen Ernährung und Bewegung. „Die Gäste sollen zu einer positiven Lebensstiländerung motiviert werden, um damit langfristig Erkrankungen vorzubeugen.“ Gerade im Hinblick auf die alternde Gesellschaft werde dies immer wichtiger. Kurse und Vorträge sollen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse für die Menschen verfügbar machen. „Das Haus wird offen für alle interessierte Bürgerinnen und Bürger sein.“ Dienstleistungen wie Apotheke und Orthopädiebedarf sollen das Angebot abrunden. Für mehrtägige Aufenthalte von Patienten werden sogenannte „Health Suiten“ zur Verfügung stehen. Eine enge Kooperation mit dem Mineralbad Berg ist geplant. Gerade bei Themen wie Prävention und Rehabilitation können Patienten die Möglichkeit nutzen, sich im Mineralwasser zu bewegen.

Die PlanQuadrat-Verantwortlichen werden als nächsten Schritt eine Projektentwicklungsgesellschaft gründen und verstärkt in die Akquise von Mietern und Nutzern gehen. Hans Klement: „Wir haben bereits zahlreiche Interessensbekundungen von Mietinteressenten, die die künftige Nutzfläche sogar überschreiten würden“. Hier gelte es nun, eine optimale Mischung zu finden. Eine Betreibergesellschaft soll den Campus später verwalten. Wie diese genau ausgestaltet wird, ist noch offen. „Denkbar ist auch eine Stiftung“, so Klement. Mit dem Bau kann begonnen werden, wenn das Baufeld neben dem Mineralbad Berg freigegeben ist. Die Sanierungsarbeiten im Mineralbad sollen Mitte 2020 abgeschlossen sein.

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