Der Vatikan ist Teil des Pilotprojekt des Landes zum Bioabfall. Foto: Isabell Munck (z) - Isabell Munck (z)

Der Vatikan im Wohngebiet Winterhalde ist Pilotprojekt des Landes. Dort sollen Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge der Mieter in Sachen Biomüll gesammelt werden.

Bad CannstattDer Vatikan im Wohngebiet Winterhalde ist zum Pilotprojekt geworden. Es handelt sich um ein Projekt aus dem Umweltministerium des Landes mit dem Amt für Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Drei Städte wurden ausgesucht. In Stuttgart ist die Baugenossenschaft Bad Cannstatt (BGC) mit dabei. „Wir haben uns gerne gemeldet“, sagt Peter Hasmann, Vorstand der Baugenossenschaft Bad Cannstatt. Das Projekt sei mehrstufig. So sei eine Projektgruppe gegründet worden mit Kollegen aus dem kaufmännischen Bereich und dem Hausmeister der Wohnanlage, die sich in Karlsruhe getroffen habe.

Im Juli seien dann die Mieter in der Wohnanlage in der Kienbachstraße über das Projekt informiert worden, bei dem im Vatikan rund 200 Wohneineinheiten betroffen sind. Es gab zudem Infostände zusammen mit Mitarbeitern des AWS, erklärt Hasmann. Dabei sei auch eine Fragebogenaktion gestartet worden. Ziel sei es, so der Vorstand der BGC, wie die Sammlung von mehr Bioabfall verbessert werden kann. Neben Flyern, die verteilt wurden, werden auch die Mieter befragt. Beim Infostand vor Ort seien die Mieter des Vatikan beraten worden.

Corinna Fälschle von den AWS erklärt auf Nachfrage, was für das Amt für Abfallwirtschaft bei dem Projekt wichtig ist: „Für uns war und ist es wichtig, die Probleme, die Motivation beziehungsweise Nicht-Motivation zur getrennten Sammlung von Bioabfällen vor allem in Großwohnanlagen besser zu verstehen. Und zwar sowohl aus Sicht der Bewohner als auch aus Sicht der Verwaltungen dieser Anlagen. Durch das vom Umweltministerium initiierte Projekt erhoffen wir uns für die saubere Trennung von Bioabfällen in Großwohnanlagen neue Ansätze, Ideen beziehungsweise Herangehensweisen zur Motivation der Bewohner.“

Hasmann erläutert, dass der Vatikan zwar große Biotonnen habe, aber festgestellt worden sei, dass zu wenig getrennt werde. Die Mengen an Bioabfall in der Tonne seien zu wenig gewesen. So werde versucht, den Mietern zu erklären, dass es teurer sei, wenn sie ihren Biomüll in die Restmülltonne werfen. Wenn es gut klappe, könne die Restmülltonne reduziert werden, so Hasmann, was Kosten einspare für den Mieter. Ziel sei es, die Menge und die Qualität an Biomüll zu verbessern. Anfang Juli war der Startschuss für das Projekt gegeben worden beim Bioabfallforum Baden-Württemberg. Zuständig ist das Kompetenzzentrum Bioabfall bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Die AWS Stuttgart hatte sich nach eigenen Angaben im Sommer vergangenen Jahres zur Teilnahme an dem Projekt bereit erklärt. Neben der Bewohnerbefragung werden verschiedene Medien getestet, mithilfe derer Informationen und praktische Hilfen zum Thema Bioabfälle gegeben werden und die die Anwohnenden bei der Abfalltrennung unterstützen sollen. Neben Stuttgart sind noch Karlsruhe und Heilbronn an dem Pilotprojekt beteiligt, welches noch bis zum Herbst läuft. Aus den Erfahrungen, die jetzt gesammelt werden, soll ein Leitfaden von dem Kompetenzzentrum erstellt werden, den die Abfallwirtschaftsbetriebe in ganz Baden-Württemberg zukünftig anwenden können.

Das Umweltministerium erklärt, dass es in dem Modellprojekt erproben will, wie in großen Wohnanlagen Bioabfälle leichter und sauberer erfasst werden können. Die flächendeckende Einführung der Biotonne ist im vergangenen Jahr in Stuttgart beschlossen worden. Seit Januar 2019 wird die Bio-Tonne vom Personal der Abfallwirtschaft vom Standplatz auf dem Grundstück geholt und dorthin zurückgestellt.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.biotonne-machmit.de.

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