Foto: Am 21. April 1989 kam der Game B - Am 21. April 1989 kam der Game Boy auf den Markt.

Der Game Boy kam am 21. April 1989 auf den Markt udn wurde zum Spieleklassiker. Auch heute ist er noch vielen ein Begriff.

Bad Cannstatt Pixelige Steine aufeinander stapeln, sodass möglichst keine Lücke zwischen ihnen entsteht. Das war die Aufgabe, der sich Tausende Spieler beim Game-Klassiker Tetris widmeten. Gespielt wurde auf einem grauen etwa 15 Zentimeter langen, 9 Zentimeter breiten und 3 Zentimeter hohen Kasten, betrieben von vier Batterien – dem Game Boy. Und den brachte Nintendo vor 30 Jahren, am 21. April 1989, erstmals auf den japanischen Markt.

In Windeseile hielt er Einzug in zahlreiche Kinder- und Jugendzimmer. Der Game Boy ist mit mehr als 118,69 Millionen verkauften Exemplaren eine der populärsten Spielgeräte überhaupt. Dieser Rekord wurde allerdings von einem Nachfolgemodell, dem Nintendo DS mit etwa 154 Millionen abgesetzten Geräten, gebrochen.

Zunächst war der Game Boy nur zusammen mit dem Spiel Tetris erhältlich, welches damit zum meistverkauften Spiel der Geschichte wurde. Im Jahr 1998 wurde der Game Boy durch den Game Boy Color abgelöst, der Farbdarstellung ermöglichte. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Gerät immer weiter. Zuletzt erschien der Nintendo Switch – eine Kombination aus Konsole für den Fernseher und transportierbarem Spielgerät – im Jahr 2017.

Tetris und Super Mario Kart

Auch heute können die kleinen Unterhaltungselektronikgeräte neu und gebraucht gekauft werden. Da stellt sich angesichts neuer Technik und Entwicklungen im Bereich Unterhaltungselektronik die Frage: Wie hoch ist das Interesse an den Game Boys heute noch? Können Jugendliche damit im Jahr 2019 überhaupt noch etwas anfangen? Was verbinden Erwachsene mit den Geräten? Wird noch Game Boy gespielt? Im Jugendhaus Cann ist der Game Boy den meisten Jugendlichen und Mitarbeitern ein Begriff. „Ich habe früher vor allem auf der Fahrt in den Urlaub Game Boy gespielt“, sagt zum Beispiel die 23-jährige Sarid Klink. Sie absolviert derzeit ein Anerkennungsjahr im Jugendhaus und erinnert sich noch gut an die ersten Spiele, die sie auf dem Game Boy „gezockt“ hat: „Tetris und Super Mario Kart haben mir besonders viel Spaß gemacht“, sagt sie. Für den Game Boy begeistern konnte sich auch der 19-jährige Jack Khodeda. „Vor zehn Jahren habe ich einen Game Boy bekommen und am liebsten Tetris gespielt.“

Wenig mit dem Game Boy anfangen kann dagegen der 14-jährige Yacin. Gesehen habe er so etwas schon einmal, darauf gespielt aber nicht. Er bevorzugt die Play Station oder das Smartphone. Aus ihrer Jugend kennt Simone Strauß den Game Boy zwar, selbst besessen habe sie aber nie einen. „Meine Schwester hatte einen Game Boy, mich hat das aber nie begeistert“, sagt die 42-jährige Schulsozialarbeiterin. Kinder und Jugendliche würden heute eher modernere Konsolen wie zum Beispiel die Play Station oder den Nintendo Switch bevorzugen. „Das Fußballspiel Fifa ist bei vielen unserer jugendlichen Besucher sehr beliebt“, sagt auch Deniz Mumcular, pädagogische Mitarbeiterin im Jugendhaus. Es scheint so, als hätten in den Kinder- und Jugendzimmern mittlerweile andere elektronische Unterhaltungsgeräte den Spieleklassiker mit dem Baujahr 1989 abgelöst.

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