Hohe Sprünge: Maik Baier beim Wettbewerb in London 2012. Foto: dpa/Lindsey Parnaby

Maik Baier schrieb deutsche Olympia-Geschichte. Der 31-Jährige war mit Luis Brethauer in London 2012 der erste deutsche BMX-Sportler bei den Olympischen Spielen.

Bad Cannstatt - London 2012 – das sind nicht die futuristischen Gebäude in der Metropole oder das Treiben im Olympischen Dorf, das sich bei Maik Baier tief im Gedächtnis verankert haben. Vielmehr fällt dem ehemalign BMX-Fahrer spontan die Mensa ein. Wie groß die gewesen sei und was es da alles zum Essen gegeben hätte, schwärmt der 31-Jährige immer noch. Sozusagen Küchen aus der ganzen Welt – „asiatisch, europäisch, amerikanisch, südamerikanisch bis hin zu indisch, da war für jeden Gaumen etwas dabei.“ Einfach verlockend also, teilweise sogar zu verlockend. „Es war verführerisch, viel auf den Teller zu packen. Aber wir mussten ja auf unsere Linie achten, waren ja wegen des Wettkampfes in London“, sagt der Vater eines 13-monatigen Sohnes. Bevor die Olympischen Spiele überhaupt begannen, war Baier praktisch schon ein Sieger. In Peking 2008 war BMX erstmals olympisch, jedoch ohne deutsche Beteiligung. Deshalb war das Ziel für London 2012, einen Athleten an den Start zu bringen. Das Ziel wurde übertroffen, neben Baier, damals Weltranglistenplatz 57, qualifizierte sich auch noch Luis Brethauer (Platz 19). Das Duo schrieb also Geschichte, als die allerersten deutschen BMX-Sportler bei Olympischen Spielen. Dementsprechend sagt Baier zurückblickend: „Die Qualifikation war schon ein großes Ding.“ Im London Velopark mit der rund 430 Meter langen Strecke lief es indes nicht so gut für den heute 31-Jährigen. „Das Problem ist, dass beim BMX alles passieren kann.“ Und es passierte. In Baiers Viertelfinallauf stürzte vor ihm ein Fahrer und „ich bin reingefahren. Wenn man einmal am Boden liegt, hast du kaum noch Chancen, in den anderen Läufen noch Punkte rauszuholen.“ Sicherlich hätte er es sich anders vorgestellt und wäre gerne länger im Wettkampf geblieben. „Aber überhaupt dabei gewesen zu sein, war ein absolutes Spektakel für mich.“ Ein Traum sei für ihn Erfüllung gegangen und er sei bereits einen Tag nach der „Mega-Abschlussfeier“ in ein Loch gefallen, weil es schwer gewesen sei, dieses Ereignis noch zu toppen. Doch kurz geschüttelt und dann war Baier klar: „Ich möchte nochmals zu Olympia.“ Ein Start in Rio 2016 wurde angepeilt, doch wegen „mehrerer Verletzungen wurde daraus leider nichts“.

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