Der Strauß lebt in Afrika in freier Wildbahn, doch er wird auch in Japan von manchen Menschen besonders geschätzt. Foto: imago//B. Fraatz

Shori Hamada hat die Goldmedaille im Judo gewonnen, was die Japanerin in erster Linie auf ihr sportliches Können zurückführt. Aber sie verdankt Gold auch dem Strauß.

Stuttgart - Sushi. Zugegeben, der rohe oder geräucherte Fisch in Zusammenhang mit kaltem, gesäuertem Reis trifft nicht die Geschmacksnerven von allen Menschen in Deutschland exakt auf einen appetitlichen Punkt, aber wer häufig Quizduell spielt (Kategorie „Essen und Trinken“), weiß mittlerweile immerhin, dass sich hinter dem Begriff Nori getrockneter und gerösteter Seetang verbirgt. Nun essen nicht alle Japaner permanent Sushi, wie sich auch die Deutschen nicht ausschließlich von Schweinshaxe und Sauerkraut ernähren.

Shori Hamada ist Japanerin, sie kennt Sushi, Sukiyaki (eine Art Feuertopf), Domburi (Fisch, Fleisch oder Gemüse auf Reis) und Sömen (Nudeln, gedippt in einer Soße aus Sojasoße). Shori Hamada ist auch eine sehr erfolgreiche Judoka, kürzlich hat sie sich in der Klasse bis 78 Kilogramm die Goldmedaille bei den Spielen in Tokio erkämpft. Die Frau hat bislang ein kleines Geheimnis ihres Erfolges gehütet, sie nimmt Spezialnahrung zu sich. Wie viele Sumo-Ringer auf das Spezialgericht Chankonabe setzen, so schwört die 30-Jährige auf das Fleisch des afrikanischen Straußes. Seit vergangenem Jahr hat Shori Hamada in einem Geschäft in ihrer Heimatstadt Kirishima regelmäßig Fleisch von Straußen gekauft, die dort gezüchtet werden. Nun hat sich diese Spezialität in Europa nicht so richtig durchgesetzt, obwohl auch in Deutschland viele Menschen Strauß mögen, ganz besonders Frauen: einen Strauß zum Muttertag.

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