Silvia Rienhardt (vierte von links) und ihre Mitstreiter haben 4300 Unterschriften besorgter Bürgern gesammelt, die sich für den Erhalt der Cap-Märkte in Ober- und Untertürkheim aussprechen. Foto: Kuhn Quelle: Unbekannt

(mk) - Die Unterschriftslisten wiegen schwer: Silvia Rienhardt aus Obertürkheim startete vor drei Monaten die Unterschriftsaktion zum Erhalt der Cap-Märkte in Ober- und Untertürkheim. Weitere Aktive schlossen sich an. Mittlerweile haben sie 4300 Unterschriften besorgter Bürger gesammelt. Sie werden dem Gemeinderat übergeben, mit der Aufforderung sich für den Erhalt der Arbeitsplätze und der Nahversorgung einzusetzen und die Aldi-Ansiedlung abzulehnen.

Der Stapel vollgefüllter Klarsichthüllen erstaunt selbst die Aktiven, die sich vergangene Woche im Café des Obertürkheimer Cap-Markts getroffen haben. Ende Februar legte Silvia Rienhardt in einigen Obertürkheimer und Untertürkheimer Fachgeschäften Unterschriftslisten aus. Als Obertürkheimerin und Lehrerin der Auschule wollte sie etwas gegen die drohende Schließung der Cap-Märkte in Ober- und Untertürkheim bewegen. Schnell schlossen sich weitere Aktive - darunter auch viele Obertürkheimer Bezirksbeiräte - aus beiden Stadtbezirken an. Mittlerweile haben sie 4300 Unterschriften - 3000 davon in Untertürkheim - gesammelt. In einem Faltblatt fassen die Aktiven die Fakten aus ihrer Sicht zusammen.

Im vergangenen Sommer hat die Firma Aldi das Postareal in Untertürkheim gekauft. Das Unternehmen wolle dort eine Filiale eröffnen. Im Auftrag der Stadt wurden die Auswirkungen der möglichen Ansiedlung untersucht. Das im Januar veröffentlichte Gutachten hält Umsatzeinbußen für den Untertürkheimer Cap-Markt von bis zu 30 Prozent für möglich. Cap-Geschäftsführer Gerhard Sohst machte unmissverständlich deutlich, dass dies das Aus des Untertürkheimer Standorts bedeute. Wirtschaftlich sei dann wahrscheinlich auch die Obertürkheimer Filiale nicht mehr tragbar.

„Obertürkheim hätte dann wieder das Nahversorgungsproblem, das wir aus der Zeit kennen, bevor der Cap-Markt diese Lücke schloss“, sagt Bürgervereinsvorsitzender Uwe Reiff. Obertürkheims Bezirksbeirat hat sich deswegen nahezu geschlossen dafür ausgesprochen, dass die Stadt sich für den Erhalt der Cap-Märkte stark macht.

„Damit ein Discounter sich auf dem Postareal ansiedeln kann, muss die Stadt den Bebauungsplan ändern und einen Teil der städtischen Parkplätze verkaufen“, erklären die Bezirksbeiräte. Auf ihrem Faltblatt und in einer gemeinsamen Resolution fordern sie die Gemeinderäte auf, der Bebauungsplanänderung die Zustimmung zu versagen. „Denn die Schließung der Cap-Märkte würde auch den Verlust der seltenen Arbeitsplätze von behinderten Menschen bedeuten“, erklärte Rienhardt. Als Lehrerin einer Förderschule weiß sie, wie wertvoll die Plätze sind.

An einem Informationsabend wollen die Aktiven am Mittwoch, 1. Juni, den Bürgern einen Überblick verschaffen. Sohst, Reiff, Rienhardt und Vertreter der Parteien werden Stellung beziehen und dann Fragen der Bürger beantworten. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des Obertürkheimer Rathauses.

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