Susanne Wienecke fordert den Amtsinhaber heraus. Foto: privat

In vier Wochen ist OB-Wahl in Emmendingen. Doch es hängen noch nicht einmal Plakate. Die Grünen-Kandidatin Susanne Wienecke spricht über die Schwierigkeit der Wählerwerbung in Corona-Zeiten.

Emmendingen - In Emmendingen soll am 26. April ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Die Grüne Susanne Wienecke (57) fordert Amtsinhaber Stefan Schlatterer (CDU) heraus. Doch der Wahlkampf ist für die Chefin der größten Ratsfraktion nicht einfach.

Frau Wienecke, wie läuft der Wahlkampf in Zeiten einer Corona-Pandemie?

Das ist für mich als Kandidatin eine ungeheure Herausforderung. Es ist tatsächlich kaum möglich, die Wählerschaft zu erreichen. Meine Veranstaltungen sind abgesagt, ich darf keine Gespräche anbieten. Natürlich aktualisiere ich meine Homepage. Aber ich habe ja keine Termine, von denen ich berichten könnte. Und ich bin ja wie alle anderen selber in Sorge und mit ganz anderen Dingen beschäftigt.

Sie kandidieren gegen den Amtsinhaber. Ist das jetzt für Sie ein besonderer Nachteil?

Die Kontaktmöglichkeiten und das soziales Leben sind für alle stark eingeschränkt. Da frage ich mich, ob wir unserem demokratischen Verständnis nach noch Wahlen abhalten können.

Sollte man die Wahl unter diesen Bedingungen absagen?

Bisher soll sie wohl stattfinden. Da muss ich wie alle anderen abwarten. Viele Bürger, von denen ich in den letzten zehn Tagen angesprochen wurde, haben aber gesagt, sie halten das für keine gute Idee.

Und wie verhalten Sie sich weiter?

Plakate habe ich noch keine aufgehängt. Aber ich habe gerade einen Aufruf über die Lokalpresse gestartet und hoffe, über das Internet mit den Wählern in Kontakt treten zu können und als Oberbürgermeisterkandidatin ansprechbar zu bleiben. Und da habe ich auch noch einmal betont: Mein Angebot an die Wähler gilt.

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