Der Prozess gegen eine angehende Notfallsanitäterin, die Kollegen mehrfach Medikamente in Getränke gemischt hat, beginnt am 11. August. Die Anklage lautet auf versuchtem Mord.
Eine angehende Notfallsanitäterin soll mehreren Kollegen auf der Rettungswache des DRK in Vaihingen an der Enz heimlich Medikamente in ihre Getränke gemischt haben – mit gravierenden Folgen. Dieser Vorfall hatte Anfang des Jahres über den Kreis Ludwigsburg hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Nun wird der damals 24-Jährigen wegen versuchten Mordes der Prozess am Landgericht in Heilbronn gemacht. Der Auftakt zur Verhandlung findet am nächsten Montag, 11. August, ab 10 Uhr vor der 1. Schwurgerichtskammer statt.
Bislang war das Motiv für die Tat der Auszubildenden offen geblieben. In der Anklage wird nun jedoch von versuchtem Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen ausgegangen. Die Angeklagte soll aus eigensüchtigen Motiven und Ärger hinsichtlich ihres Ausbildungsverlaufs gehandelt haben.
Patienten durch Ausfall von Kollegen gefährdet
Der Angeklagten, deren Vertrag vom DRK-Kreisverband Ludwigsburg sofort gekündigt worden war, als sich der Verdacht gegen sie erhärtete, wird vorgeworfen, von Oktober 2023 bis April 2024 drei ihrer Kollegen insgesamt fünfmal heimlich Notfallmedikamente in deren Getränke gemischt zu haben. Die Männer erlitten erhebliche gesundheitliche Beschwerden, in einem Fall trat sogar akute Lebensgefahr ein. Teilweise mussten die Betroffenen auch mehrtägig im Krankenhaus behandelt werden.
Durch ihr Tun habe die Auszubildende allerdings nicht nur die Kollegen in Gefahr gebracht. Die Rettungswache in Vaihingen an der Enz ist personell klein besetzt. Die Angeklagte habe also auch in Kauf genommen, dass die Behandlung von Notfallpatienten nicht mehr gewährleistet ist, wenn Kollegen kurzfristig ausfallen. In zwei Fällen mussten die Geschädigten tatsächlich bei Einsätzen vor Ort aufgrund der Medikamentengabe selbst versorgt werden.
34 Zeugen sollen gehört werden
Die Angeklagte befindet sich seit dem 30. Januar in Untersuchungshaft. Es sind elf Verhandlungstermine am Landgericht Heilbronn angesetzt. Insgesamt sollen 34 Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden. Das Urteil würde nach aktuellem Stand am 29. Oktober fallen.