Der Standort der EnBW in der Stöckachstraße soll aufgegeben werden. Foto: Steegmüller Quelle: Unbekannt

Stuttgart/Esslingen (eh/meb) - Die Netze BW, ein Tochterunternehmen des Energieversorgers EnBW, wird ihr Ausbildungszentrum von Stuttgart nach Esslingen verlegen. Geplant ist ein Neubau gegenüber dem Neckarfreibad mit Platz für bis zu 250 Azubis. Idealerweise soll das neue Gebäude im kommenden Sommer, spätestens aber im Juni 2019 stehen. Das sei ein ambitionierter Zeitplan, räumt Ulrich Stark, Pressesprecher der Netze BW, ein.

Bislang werden die Nachwuchskräfte am Standort Stöckach unterrichtet. Dort unterhält die Netze BW aktuell eines ihrer vier Schulungszentren im Land. In Stuttgart gibt es derzeit 150 Plätze, in Esslingen sollen es 100 mehr werden. Der Bedarf sei da, sagt Stark: Allein für das Ausbildungsjahr 2017/2018 seien landesweit Verträge mit 200 neuen Auszubildenden geschlossen worden, für das darauffolgende Jahr rechne man bei Netze BW mit etwa genauso vielen Neuanfängern.

Am Stöckach wäre es dafür eng geworden. Deshalb plante das Unternehmen ursprünglich einen Neubau auf seinem Gelände beim Gaskessel an der Talstraße. Der Bauantrag dafür war bereits im Stuttgarter Rathaus eingegangen. Doch strenge Auflagen hatten den engen Zeitplan gefährdet, heißt es. Der Bauantrag wurde daher Anfang Mai zurückgezogen - die Netze BW hat sich dafür entschieden, das neue Aus- und Weiterbildungszentrum in Esslingen zu bauen. An der Kurt-Schumacher-Straße unterhalten die EnBW und ihr Tochterunternehmen schon jetzt einen gemeinsamen Standort: das sogenannte Operations-Center, in dem sich die Mitarbeiter vor allem um das Rechnungswesen kümmern, die Leitstelle für Störungen im Hochspannungsnetz, die landesweit operiert, sowie die Störungsstelle für das Mittelspannungsnetz im Mittleren Neckarraum.

Im neuen Schulungszentrum sollen vor allem Berufe gewerblicher Art gelehrt werden, und zwar in den Sparten Gas, Wasser/Abwasser, Strom und eventuell Telekommunikation. Wer hier seine Ausbildung absolviert, kann etwa Anlagenmechaniker, Gebäudetechniker oder Elektromechatroniker werden. Neben den verschiedenen Ausbildungen will man auch Weiterbildungen anbieten. Und zwar nicht nur in der Theorie: Das neue Zentrum werde so ausgestattet, dass die angehenden Fachkräfte Praxiserfahrung sammeln können, berichtet Stark. Unter anderem werde im Außenbereich ein Hochspannungsmast aufgestellt, an dem Notfälle geübt werden könnten. Auch einen Rohrgraben werde man bauen, um die Lehre möglichst realitätsnah zu gestalten.

Den Standort im Stuttgarter Osten will die EnBW bekanntermaßen aufgeben. Ab 2020 soll es dort keine Nutzungen mehr geben. Schon jetzt stehen mehrere Gebäude auf dem 42 Hektar großen Firmenareal leer. Was mit Gelände geschehen wird, ist noch nicht klar. Die EnBW sei im Gespräch mit der Stadt Stuttgart, die großes Interesse daran habe, das Areal städtebaulich zu entwickeln, so Stark. Denkbar wäre dort der Bau von 400 Wohnungen.

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