Der Neckartalradweg entlang des Daimlerparkhauses ist stark frequentiert. Foto: Elke Hauptmann

Der Geh- und Radweg am Daimlerparkhaus gegenüber dem Untertürkheimer Inselbad ist stark frequentiert. Aber viel zu eng, weshalb es immer wie zu gefährlichen Situationen kommt. Eine Lösung muss her.

Untertürkheim - Mit dem Vorhaben „Stadt am Fluss: Vernetzung Untertürkheim“ soll der historische Ortskern mit den Quartieren am Neckar verbunden werden. In der Vorlage zum Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan Lindenschulviertel ist unter anderem als Ziel formuliert, Geh- und Radwege „vom Ort zum Wasser und entlang des Wassers“ zu stärken: „Es ist beabsichtigt, die Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer zum Inselbad sicherer und mit ausreichender Kapazität neu zu gestalten. Weiterhin soll das Neckarufer durch Geh- und Radwege erschlossen werden. Diese Maßnahmen tragen zu einer höheren Aufenthaltsqualität und Attraktivierung des Neckarradweges bei“, heißt es im Planentwurf.

Radweg im Planentwurf zunächst ausgespart

Unverständlich jedoch ist, dass ausgerechnet die schlimmste Engstelle im Wegenetz bei den Überlegungen zunächst ausgespart wurde: Der Geh- und Radweg entlang des Daimlerparkhauses gegenüber dem Inselbad gehörte der Entwurfsplanung zufolge nicht zum Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans. Dieser endete in diesem Bereich direkt am Neckar – also quasi an der Betonbrüstung des Bauwerks. Das stieß auf harsche Kritik des Untertürkheimer Bezirksbeirates. Und auch die Fraktion der Grünen im Gemeinderat schloss sich an. „Zur Vernetzung in Untertürkheim gehört der Neckartalradweg“, betonten die Stadträte Florian Pitschel und Andreas Winter.

„Im Zuge des erfreulichen und sicher weiter fortschreitenden Anstieg des Radverkehrsaufkommens auf den zentralen Radrouten in der Stadt Stuttgart, wird auch der Neckartalradweg im Abschnitt zwischen Bad Cannstatt und Untertürkheim immer stärker frequentiert“, heißt es in ihrem Antrag an die Stadtverwaltung. Und weiter: „Der letzte Abschnitt vor dem Inselbad in Untertürkheim stellt dabei jetzt schon einen Engpass dar.“ Denn der Weg am Daimlerparkhaus, das praktisch in den Neckar hineingebaut ist, ist ziemlich schmal. Obwohl dort vor ein paar Jahren die Wand zwischen den Treppenhäusern durch ein weiter innen stehendes Metallgitter ersetzt und der Weg so zumindest abschnittsweise etwas breiter wurde, „kommt es dort häufig zu Stress- und potenziellen Gefahrensituationen zwischen entgegenkommenden Radfahrern und Fußgängern“, schildern die beiden Stadträte. „Aufgrund der baulichen Gegebenheiten ist eine Verbesserung der Situation nicht trivial, aber trotzdem unbedingt anzustreben.“ Deshalb forderten die Grünen-Politiker: „Da der Radwegbereich vor und hinter dem durch das Parkhaus führenden Abschnitt neu geplant wird, muss auch eine Verbesserung in diesem Bereich angestrebt werden.“ Die bislang im Bebauungsplan ausgesparte Fläche des Neckartalradwegs müsse berücksichtigt werden. Offenbar zeigt der Protest Wirkung. Bei der gestern im Rahmen der Bürgerbeteiligung durchgeführten Führung durchs Lindenschulviertel sagte ein Vertreter der Stadt, der Neckartalweg sei zwischenzeitlich in die Planung aufgenommen worden.

Stress- und Gefahrensituationen

Eine gute Nachricht. Immerhin ist der Weg Bestandteil des Hauptroutennetzes und sowohl für den touristischen wie auch für den Alltags-Radverkehr wichtig. Für „Schnellradler“ hingegen ist er auch künftig nicht vorgesehen: Der geplante Radschnellweg von Esslingen nach Stuttgart soll über die Hafenbahn- und Inselstraße und dann auf Wangener Seite des Neckars bis zum Leuze geführt werden. Auch das, so heißt es im Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan Lindenschulviertel, „ist in der weiteren Planung entsprechend zu berücksichtigen“.

Radschnellweg an anderer Stelle geplant

Zum Projekt „Stadt am Fluss: Vernetzung Untertürkheim“ führt die Stadt bis zum 23. Oktober eine Bürgerbeteiligung durch. Sie bietet den Stuttgartern die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen. Diese sollen in den Auslobungstext für einen städtebaulichen Wettbewerb einfließen, der 2021 geplant ist. Alle Infos gibt es auf dem städtischen Beteiligungsportal unter www.stuttgart-meine-stadt.de

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