Ihn bekommt man in Deutschland immer seltener zu sehen: den Feldhasen. Foto: GNJ 2020/Lindel

Aus mehr als 5000 Einreichungen hat die Gesellschaft für Naturfotografie in sieben Kategorien die Bilder des Jahres gewählt. Das Gewinnerfoto entstand im Dortmunder Norden – und zeigt ein immer seltener werdendes Tier.

Kiel - Der Feldhase blickt direkt in Kamera. Seine großen Ohren sind wachsam gespitzt, seine feinen Schnurrhaare deutlich im einfallenden Licht zu erkennen. Peter Lindel hat das Foto im Dortmunder Norden aufgenommen – einem Gebiet, das im Vergleich zu den internationalen Naturfoto-Hotspots wenig Spektakuläres zu bieten hat. Und trotzdem ist der Dortmunder mit seiner Aufnahme zum Naturfotografen des Jahres gewählt worden.

Dieser Mitgliederwettbewerb der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) findet jedes Jahr statt. Doch wegen der Corona-Krise stimmten die Mitglieder in diesem Jahr erstmals in der Geschichte der Gesellschaft online ab.

„Das an sich sehr klassische Motiv eines Feldhasen gewinnt gerade in Zeiten, in denen jeder gehalten ist, zuhause zu bleiben, an Bedeutung. Zudem ist es ein schönes Statement für die langfristige Auseinandersetzung mit einer Art oder einer Region“, heißt es seitens der GDT.

5046 Bilder eingereicht

„Der Feldhase, einst ein häufiger Bewohner der Feldflur überall in Deutschland, ist immer seltener geworden. Während mich die große Anzahl der Hasen, die ich auf dem Weg zur Arbeit jeden Morgen auf den Wiesen und Feldern des Dortmunder Nordens beobachten konnte, vor mehr als zwölf Jahren dazu veranlasste, diese Region naturfotografisch zu erschließen, ist es inzwischen immer aufwendiger geworden, noch Hasen zu finden und diese ansprechend in Szene zu setzen“, beschreibt Lindel seine Motivation. Umso glücklicher sei er mit dem Siegerbild, das an einem schönen Morgen im Juli 2019 entstand.

Lindel setzte sich in dem Wettbewerb, bei dem insgesamt 5046 Bilder eingereicht wurden, gegen 307 GDT-Mitglieder aus elf Ländern durch. Nach der Vorauswahl durch eine Jury standen den Mitgliedern je zehn Bilder in sieben Kategorien zur Wahl: Vögel, Säugetiere, andere Tiere, Pflanzen und Pilze, Landschaften, Atelier Natur und die Sonderkategorie Wasser.

Peter Lindel gewinnt mit seinem Gesamtsieg auch automatisch in der Kategorie „Säugetiere“. Welche Bilder in den anderen Kategorien überzeugten, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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