Die Kleinbusse der Linie 109 werden gut angenommen. Foto:  

Gut sechs Wochen nach dem Betriebsstart der Buslinie 109 bessert der SVE nach: Ab 18. Mai wird in Uhlbach eine dritte Haltestelle angefahren. Die Fahrzeiten verändern sich, um den Anschluss von der S-Bahn am Bahnhof Obertürkheim zu gewährleisten.

Obertürkheim - V or gut sechs Wochen hat die Buslinie 109 ihren Pendelverkehr zwischen dem Obertürkheimer Bahnhof und Esslingen-Sulzgries aufgenommen. Mit der Anlaufphase zeigt man sich beim Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) zufrieden. „Seit dem Start am 30. März kann man beobachten, dass die Linie immer mehr angenommen wird“, zieht Johannes Müller, der Technische Leiter der SVE, eine erste Bilanz.

Konkrete Zählungen gebe es allerdings nicht, räumt er ein. „Das macht unter den jetzigen Bedingungen keinen Sinn.“ Aufgrund der coronabedingten Beschränkungen seien die Fahrgastzahlen in einer nicht repräsentativen Größenordnung. Noch würden die Platzkapazitäten der zurzeit verkehrenden Kleinbusse ausreichen. Die wurden eigens angeschafft. „Der erste Bus wurde in dieser Woche in Betrieb genommen, die nächsten zwei sollen Ende Mai und Anfang Juni folgen“, teilt Müller mit.

Kurze Strecken für Uhlbacher

Vor allem Berufstätige aus Esslingen, insbesondere aus dem Stadtteil Rüdern, die in Stuttgart arbeiten, würden diese Linie nutzen, hat Müller beobachtet. Aber auch immer mehr Stuttgarter, die zum Arbeiten oder Einkaufen nach Esslingen wollen, würden auf die Busse umsteigen. „Hier fahren die meisten bis Sulzgries Steige, um von dort in die Altstadt zu gelangen.“ Was den SVE-Chef besonders freut: Nach anfänglichem Zögern würden nun auch die Uhlbacher die Linie zunehmend für sich entdecken – für kurze Fahrten innerhalb des Stadtteils. Dieser Nachfrage trägt der SVE nun Rechnung: Auf Wunsch der Uhlbacher Fahrgäste wird ab Montag, 18. Mai, eine dritte Haltestelle im Ort eingerichtet: Die „Uhlbacher Höhe“ befindet sich am Ende der Tiroler Straße auf Höhe der Hausnummern 87 und 92. „Wir erhoffen uns dadurch eine noch stärkere Nutzung und Akzeptanz der Linie in Uhlbach“, sagt Müller. Weiterhin bedient werden die Haltestellen Tiroler Straße (Höhe Kreuzung Landecker Straße) und Luise-Benger-Straße.

Fahrtzeiten angepasst

Abgesehen davon, dass der Poller an der Gemarkungsgrenze zwischen Stuttgart und Esslingen durch einen Unfall vor einigen Tagen stark beschädigt wurde und nun gegen einen neuen ausgetauscht werden muss – was noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird – habe es „keine nennenswerten Anlaufprobleme“ mit dem Busbetrieb gegeben, meint Müller. Allerdings hätten sich „einige notwendige Änderungen“ ergeben. So werden ab kommenden Montag die Fahrplanzeiten der Linie 109 nochmals angepasst. Die Änderungen betreffen die Fahrten an Schul- und Ferientagen in der Zeit zwischen 6 und 20 Uhr: In Richtung Obertürkheim fährt die Linie 109 in Sulzgries startend bis gegen 12 Uhr drei Minuten später los. Am Nachmittag fährt der Bus drei Minuten früher am Bahnhof Obertürkheim ab. Berücksichtigt wird zudem, dass die S-Bahn immer wieder Verspätungen hat: Die Übergangszeit zur Linie 109 wird auf zehn Minuten festgelegt – und der Bus hält künftig direkt vor dem Bahnhof an der gleichen Haltestelle, an der auch die Buslinie 101 abfährt, statt wie bislang etwas versteckt ums Eck.

Noch ein Wunsch offen

Damit seien viele Wünsche der Uhlbacher erfüllt worden, freut sich der Linken-Bezirksbeirat Christoph Hofrichter, der sich vehement für die Linie eingesetzt hat. Auch die kritischen Busbegegnungen in der teilweise sehr engen Tiroler Straße würden künftig unterbleiben: „Der Bus aus Obertürkheim wartet an der Haltestelle Luise-Benger- Straße auf den Gegenbus aus Esslingen.“ Dennoch sieht Hofrichter noch eine wichtige Verbesserungsmöglichkeit. Zusammen mit den Beiratsfraktionen von Freie Wähler, Grüne und SPD will die aus Linke, SÖS, Piraten und Tierschutzpartei bestehende FrAKTION offiziell beantragen, der Bus der Linie 109 möge doch auch an Wochenenden und Feiertagen fahren – als Angebot für Ausflügler, die beispielsweise zur Katharinenlinde wollen – sowie unter der Woche bis 23 Uhr, damit Berufstätige auch in den späten Abendstunden nach Hause kommen können. Dann allerdings nur alle 30 Minuten und ausschließlich mit Klein- und nicht mit Standardbussen. Einem solchen Vorschlag stehen die Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen laut Müller nicht ablehnend gegenüber. „Hier gilt es natürlich, die Fragen zu beantworten, ob ein relevanter Bedarf besteht und wer den zusätzlichen Verkehr bestellt und damit auch finanziert.“

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