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Elf Stuttgarter Galerien präsentierten sich jüngst auf der Kunstmesse Art Karlsruhe. Das positive Echo auf das durchgehend hohe Niveau der Stuttgarter Auftritte macht Hoffnung auf Kunst-Rückenwind in der Landeshauptstadt selbst.

StuttgartWirklich geliebt haben Stuttgarts Galeristen die Kunstmesse Art Karlsruhe in den vergangenen Jahren nicht. Mangelnde Verkäufe, Qualitätsgefälle – die empfundene Negativliste spiegelte immer auch die Stimmung in der Stuttgarter Kunstszene selbst. Jüngst aber, bei der 16. Art Karlsruhe, präsentierten sich elf Stuttgarter Galerien in überraschender Frische – die Stuttgarter Phalanx setzte spürbar prägende Akzente.

Rückenwind

Die positiven Rückmeldungen von der Kunstmesse zeigen Wirkung. „Stimmt schon“, sagt Georg Kraushaar (Kunsthaus Fischer) mit Blick auf sein von jüngeren Positionen dominiertes Programm, „es wird immer frischer“. „Die Messe“, sagt Imke Valentien „hat auf jeden Fall einen Werbeeffekt“. Die Frage sei aber immer, ob und wie sich dieser „umschlagen“ ließe. „Für uns bewegt sich aktuell enorm viel“, freut sich Michael Sturm. Setzte er in Karlsruhe auf Farbstarkes von Dave Bopp, zeigt er in seinen Galerieräumen in Stuttgart (Christophstraße 6) aktuell Arbeiten von Marcia Hafif. „Das Publikum ist wieder da, und wir spüren auch überregional eine enorme Breitenwirkung“.

Runder Art-Alarm-Geburtstag

Alljährlich Ende September eröffnet in Stuttgart der Galerienrundgang Art Alarm die neue Kunstsaison. In diesem Jahr findet er am Wochenende 21. und 22. September statt. 18 Galerien sind beim runden Geburtstag dabei – zum 20. Mal zeigt sich die Kunstszene im Schulterschluss. Entsprechend auffällig wollen die Galerienrundgang-Macher um Thomas Fuchs (Galerie Thomas Fuchs) und Kay Kromeier (Galerie Schlichtenmaier) den Art Alarm ausrufen. „Fortführen“, sagt Kromeier, „werden wir auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit Schulen aus Stuttgart und der Region“. Erfolgreich hatte man 2018 den offiziell zweitägigen Rundgang auf drei Tage ausgedehnt – und den Freitag für Schulklassen reserviert. „Hier bewegt sich deutlich etwas“, sagt Thomas Fuchs, „und gerade das klar zunehmende Interesse der Schulen an der Kunst in den Galerien freut uns natürlich sehr“.

Der Standortfaktor

Das Kunsthaus Fischer wird auch 2019 nicht beim Art Alarm dabei sein. Außen vor sieht sich Georg Kraushaar trotzdem nicht, denn: „Galerien sind als weiche Standortfaktoren wichtig für eine große Stadt.“ Auch als Anlaufpunkte für Sammler, Partner für Museen und nationale wie internationale Botschafter, etwa mit Reinhard Hauff, Schlichtenmaier (die Galerie feiert 50 Jahre Galeriearbeit) und Valentien bei der wichtigsten deutschen Kunstmesse Art Cologne im April. „Der Kunststandort Stuttgart ist besser als sein Ruf“, sagten Fuchs und Kromeier 2017 – in einer Zeit des Umbruchs. Abgänge (Klaus Gerrit Friese nach Berlin, Sandro Parrotta nach Köln) und Schließungen (Franke, Rainer Wehr und Horst Merkle) bestimmten die Diskussion. Aktuell hört man andere Töne. „Der Rückzug aus Stuttgart ist vom Tisch“ , sagt etwa Michael Sturm. Gerade hat er für den 19. März die Eröffnung eines zweiten Standbeins in Wien angekündigt (Galerie Sturm & Schober), zugleich aber will er „in Stuttgart noch einmal richtig Tempo machen“.

Steilpässe

Bestätigungen durch Ankäufe und Ausstellungen in öffentlichen Sammlungen sind für Privatgalerien durch nichts zu ersetzen. Auch hier gibt es positive Signale vor Ort: In der Reihe „Frischzelle“ stellt das Kunstmuseum Stuttgart den von Sandro Parrotta noch in Stuttgart präsentierten Maler Benjamin Bronni vor, und in der gerade beendeten Sonderschau „Ekstase“ zählten Werke der aktuell in der Galerie Thomas Fuchs (Reinsburgstraße 68) zu sehenden Düsseldorferin Vivian Greven zu den Entdeckungen. Und von 7. Juni an beflügelt die Staatsgalerie die Kunst-Wahrnehmung mit „Weissenhof-City“ und ortsbezogenen Künstler-Projekten. Da passt es, dass sich die Künstlermesse (8. bis 10. März im Stuttgarter Haus der Wirtschaft) runderneuert und von einer externen Fachjury begleitet präsentiert. Und auch dies gehört dazu: der Neuantritt im Galerienhaus (Breitscheidstraße 48). Mit Hartmann Projects hat die Kunst mit Fotografie einen zentralen Ort in Stuttgart. „Das Publikum“, freut sich Galerienhaus-Mitstreiter Marko Schacher, „fühlt sich willkommen – und zeigt das auch“.

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