Im Kurpark von Isny, mit Blick auf die begehbare Stadtmauer und die Kirchtürme. Quelle: Unbekannt

Isny im Allgäu ist eine Reise wert. Zahlreiche Wehrtürme, Kirchen und das Schloss, ein ehemaliges Benediktiner-Kloster, weisen auf eine rund tausendjährige Historie hin.

Isny Ein beschauliches Städtchen, eine weitgehend erhaltene Stadtmauer und ein Umland, das förmlich zum Radeln und Wandern einlädt – Isny im Allgäu ist eine Reise wert. Wahrzeichen ist das 500 Jahre alte Wassertor, durch das die meisten Besucher in die liebliche, mittelalterlich geprägte Altstadt gelangen. Auf den historischen Kern und die (ab zehn Uhr morgens) verkehrsfreie Fußgängerzone, die zum Flanieren förmlich einlädt, sind die Isnyer zu Recht stolz. Zahlreiche Wehrtürme, Kirchen und das Schloss, ein ehemaliges Benediktiner-Kloster, weisen auf eine rund tausendjährige Historie hin. Hier kann man Geschichte förmlich atmen.

Bewegt wurde diese vor allem im 16. Jahrhundert, als Isny zu einem Zentrum der Reformation mutierte. Direkt neben dem Benediktiner-Kloster mit seiner katholischen Kirche St. Georg wurde die protestantische, evangelische Nikolai-Kirche errichtet. Der Zoff zwischen den unterschiedlichen Konfessionen blieb nicht lange aus. Den Katholiken in Isny wurde beispielsweise untersagt, sich aus dem nahen Stadtbach Wasser zu holen. Sie mussten dafür weite Wege in Kauf nehmen. Noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es auch einen bizarren Streit darüber, ob die Katholiken beim Leichenzug quer durch die Stadt zum Friedhof ihre Fahne mitführen durften oder nicht. Entspannung gab es erst im Jahre 1806, als Isny infolge der napoleonischen Kriege dem Königreich Württemberg zugeschlagen wurde und wieder Katholiken in die Stadt zuziehen durften. Heute ist Isny wieder weitgehend katholisch geprägt.

Heilklimatischer Kurort

Dass der heilklimatische Kurort eine Reise wert ist, das liegt auch an der nahen Adelegg, ein waldreicher Mittelgebirgszug, der weit in das Alpenvorland reicht und mit dem Schwarzen Grat (1118 Meter) einen der höchsten Berge Württembergs aufweist. Insgesamt gibt es rund um Isny acht Naturschutz- und vier Landschaftsschutzgebiete mit zahlreichen Seen, Mooren und Schluchten. Hier finden Wanderer, Nordic-Walker, Radler und (bei genu g Schnee) Skilangläufer ideale Bedingungen um ihrem Hobby zu frönen.

Zwei Wandertipps, nahe Isny: Vom Wanderparkplatz bei der Wenger Egg-Alpe (Einkehrmöglichkeit, ab Wengen über Mautsträßchen erreichbar) kurzer Aufstieg zum Schwarzen Grat (Aussichtsturm), dann durch den Wald stetig leicht abwärts bis ins idyllische Kreuzthal (weitere Einkehrmöglichkeit). Durch das Eisenbachtal geht es wieder zurück (insgesamt circa 11 Kilometer, circa 3,5 Stunden). Ein Aussichtspunkt nahe des Wanderparkplatzes bietet einen Blick auf rund 80 Alpengipfel, deren Position per Schautafel erklärt werden.

Empfehlenswert ist auch eine Wanderung an der Unteren Argen, ein Wildfluss mitten im Allgäu (siehe Flyer „Westallgäuer Wasserwege“, Tour 26). Start ist am Wanderparkplatz am Menelzhofer Berg. Der gut beschilderte Wanderweg führt am idyllischen Herbisweiher vorbei, ein gutes Stück am Fluss entlang und per Abkürzung wieder auf die Höhe, wo man beim Peterhof einen herrlichen Blick auf Isny und die Alpenkette hat (circa 5 Kilometer, circa 1,5 Stunden).

Für Radler wiederum ist die Fahrt von Isny über Friesenhofen nach Leutkirch und über Gebrazhofen zurück zu empfehlen (45 Kilometer). Auf der Runde säumen Schloss, Einzelgehöfte, Weiler und Dörfer den Weg. Dabei hat man die Nagelfluh- und Alpenkette auf der Rückfahrt ständig im Blick. Eine Genusstour, die sich lohnt!

Lage, Anfahrt, Einkehr

Isny liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße (B 12, Kempten-Lindau), nahe der bayerischen „Grenze“.

Anfahrt: Von ES über A 8 (durch Ulm), A 7 und A 96 (an Leutkirch vorbei) circa 175 Kilometer. – Einkehrtipp: Allgäuer Stuben im Hotel Hohe Linde, Lindauer Straße 75.www.isny.de

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