Es gibt eine neue Entwicklung im Streit um das Ehninger Meissnerhaus. Foto: Stefanie Schlecht

Die Insolvenz der mit der Machbarkeitsstudie beauftragten Firma JaKo Baudenkmalpflege sorgt für neue Fragen im Streit um das Ehninger Meissnerhaus.

Die Diskussion um die Zukunft des Meissnerhauses in Ehningen bekommt eine neue Wendung: Das auf Baudenkmalpflege spezialisierte Unternehmen JaKo Baudenkmalpflege GmbH mit Sitz in Rot an der Rot, das die Machbarkeitsstudie und das Sanierungskonzept des Meissnerhauses erstellt hat, hat nach 135 Jahren Unternehmensgeschichte einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Ravensburg hat das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet und die Kanzlei SGP Schneider, Geiwitz & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Das Unternehmen hat sich in den vergangenen 25 Jahren vom klassischen Handwerksbetrieb zu einem Komplettdienstleister für historische und denkmalgeschützte Gebäude entwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. Es betreut Projekte von der Planung bis zur Fertigstellung, einschließlich Restaurierung und Vermarktung. Auch in Ehningen hat die Firma bereits das Gasthaus „Alter Löwe“ in der Königsstraße 73 umfassend restauriert und 2021 fertiggestellt. Die JaKo Baudenkmalpflege hat aktuell rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und wird in vierter Generation von den Brüdern Jäger geführt. In Bayern und Baden-Württemberg zählt das Unternehmen zu den prägenden Akteuren der Denkmallandschaft.

Nach Angaben des Unternehmens war der ausschlaggebende Grund für die Insolvenzantragstellung das Ausbleiben von Forderungseingängen in zweistelliger Millionenhöhe durch einen Investor im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in Bayerisch-Schwaben.

Am Montag gibt es eine kurzfristig einberufene Gemeinderatssitzung

Der vorläufige Insolvenzverwalter prüfe derzeit die wirtschaftliche Lage. Dabei sei bereits festgestellt worden, dass eine Fortführung des Unternehmens im bisherigen Umfang aktuell nicht möglich ist. Es werde noch geprüft, ob für einzelne Bauvorhaben Lösungen gefunden werden könnten, um negative Auswirkungen für einzelne Bauherren zu minimieren, heißt es in der Pressemeldung der Kanzlei SGP Schneider, Geiwitz & Partner.

Für kommenden Montag hat der Bürgermeister Lukas Rosengrün (SPD) außerplanmäßig zu einer Sondersitzung eingeladen. Dabei geht es um die Beschlussfassung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes in der Königstraße 27. Denn die Bürgerinitiative Lebendige Ortsmitte Ehningen hat in den letzten Wochen 868 gültige Unterschriften für ein Bürgerbegehren für den Erhalt und die Sanierung des historischen Meissnerhauses gesammelt. Wenn das Bürgerbegehren vom Rechtsanwalt für zulässig erklärt wird und der Gemeinderat zustimmt, wird ein Termin für einen Bürgerentscheid festgelegt, bei dem die Bürgerinnen und Bürger abstimmen dürfen.