Matome Sadiki ist seit 1. Oktober Dienstaushilfe bei Dekan Eckart Schultz-Berg. Quelle: Unbekannt

Matome Sadiki ist seit Oktober Dienstaushilfe bei Dekan Eckart Schultz-Berg und hat kürzlich seinen ersten Gottesdienst in der Stadtkirche abgehalten. Am Freitag spricht er über ein himmlisches Blind-Date

Bad Cannstatt Am Freitagabend treten in der Steigkirche im Hallschlag Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Laienprediger und Laienpredigerinnen beim „Preacher Slam“ gegeneinander an. Der Begriff ist angelehnt an die seit Jahren beliebten „Poetry Slams“, auf Deutsch: Poesiewettstreits. Jeder Teilnehmer hat fünf Minuten Zeit, um einen Text, mal launig, mal nachdenklich oder auch ironisch vor Publikum zum Besten zu geben. Nach Ablauf der Zeit wird der Vortrag – manchmal auch abrupt – beendet. Jeder Satz muss also sitzen. Anschließend stimmen die Zuhörer per Applaus ab. Wer am meisten Beifall erhält, gewinnt den Wettbewerb. Einer der Teilnehmer des Dichterwettstreits ist Matome Sadiki. Der 33-Jährige hat am 1. Oktober seinen Dienst als Pfarrer zur Dienstaushilfe bei Dekan Eckart Schultz-Berg in Bad Cannstatt begonnen und kürzlich seinen ersten Gottesdienst in der Stadtkirche abgehalten. Studium in Göttingen

Mit Gott und dem Glauben hat auch der Text, den er beim „Preacher Slam“ vortragen wird, zu tun. Das Thema: ein himmlisches Blind Date. „Es geht darum, welche Gefühle in dieser Situation entstehen“, sagt Sadiki. Man ist wegen dem unbekannten Gegenüber aufgeregt, sieht sich zum ersten Mal. Was denkt die andere Person von mir? Wer bezahlt die Rechnung? Ist es unhöflich, das anzusprechen? All diese Gedanken und Gefühle können unangenehm aber gleichzeitig auch aufregend sein. Um welches Blind Date es in dem Text genau geht und weshalb das Ganze himmlisch ist, will Sadiki jedoch noch nicht verraten. „Das werden die Zuhörer am Freitag erfahren.“

Fertig geschrieben liegt der Text schon jetzt auf seinem Schreibtisch. „Das Thema ist mir sehr schnell eingefallen.“ Das Schreiben hat jedoch etwas gedauert. Sadiki stammt aus Südafrika, Deutsch ist folglich nicht seine Muttersprache. „Vor allem Redewendungen und Methapern waren eine Herausforderung.“ Deshalb hat er seinen Text immer wieder mit seiner Frau und Freunden besprochen und den Zeilen so den letzten Schliff verliehen.

Aufgewachsen ist der 33-Jährige in der Nähe von Johannesburg. Der Glaube war immer Teil seines Lebens: Schon von Kindesbeinen an ist Sadiki in einer Kirchengemeinde aktiv. „In der elften Klasse war mir dann klar, dass ich Pfarrer werden möchte.“ Deshalb hat er nach dem Abitur in der Nähe von Durban Theologie studiert. Für den Master-Abschluss hat es ihn nach Deutschland verschlagen, wo er auch seine Frau kennengelernt hat. Während des Studiums in Göttingen hat er bereits Erfahrung in puncto „Poetry Slam“ gesammelt und mit Freunden solche Veranstaltungen organisiert.

Die Veranstaltung

Zum dritten Mal findet der „Preacher Slam“ – ein Dichterwettstreit unter Pfarrern und Laienpredigern – am Freitag, 15. November, um 19 Uhr in der Steigkirche, Auf der Steig 21, statt.

Bei der Veranstaltung treten zwölf Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Baden-Württemberg paarweise gegeneinander an. Die Duos bestehen jeweils aus einem Kandidaten aus Württemberg und einem aus Baden. Es gilt, das Publikum mit einem fünfminütigen Vortrag zu überzeugen. Wer den meisten Beifall erhält, gewinnt.

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